Paula empfand es wohl ähnlich, da sie sich lächelnd über den Allerwertesten strich. Ich bekam einen roten Kopf, während Paula ganz cool blieb.
Ein Portier in Uniform stand uns Spalier, als wir das Innere des Wolkenkratzers betraten. Selbst dieser überaus höfliche Japaner konnte seinen Blick nicht von Paulas wiegenden Schritten abwenden, verfolgte aufmerksam das Mienenspiel ihrer Hüften. Mir wurde langsam heiß, obwohl das ganze Gebäude vollklimatisiert war. Würde mein, zum Übermut neigendes Mädchen brav bleiben?
Unsere Gastgeber erwarteten uns in der fünfzehnten Etage, was eine Fahrt mit dem Aufzug bedeutete. Ein Liftboy empfing uns, der uns sogar das Drücken der Taste abnahm. Der junge Mann fuhr mit uns nach oben, lächelte dabei die ganze Zeit. Auch er war von Paula begeistert, vor allem als sie ihm kurz den Rücken zudrehte. Sie tat dies, um sich die Lippen nachzuziehen, da an einer der Wände des geräumigen Liftes ein Spiegel angebracht war. Paulas Popo kam mir plötzlich größer vor, so als wäre gewachsen, seit wir das Hotel verlassen hatten. Das war natürlich totaler Blödsinn!
Dieser Eindruck entstand, weil Paula etwas kurzsichtig war und nur ungern eine Brille aufsetzte. Da sie auch keine Kontaktlinsen vertrug, musste sie sich nach vorne beugen, um den Lippenstift sicher ins Ziel zu bringen. Der Kostümrock geriet unter Druck, musste einen ersten Beweis seiner Reißfestigkeit erbringen. Paula kümmerte sich nicht um solche Dinge, schien sie nicht einmal zu bemerken. Ich hingegen sah schon die aufplatzende Naht vor mir. Ihren Arm berührend flüsterte ich:
„Sei doch vorsichtig, Paula! Es muss doch nicht sein, dass dein Popo Hallo sagt. Streck ihn nicht so heraus. Dein hübscher Rock wird irgendwann nachgeben, wenn du ihn weiter so strapazierst!“
Paula nahm umgehend eine aufrechtere Haltung an, zog dabei ihren Rocksaum gerade. Ich warf dem Liftführer einen strafenden Blick zu.
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