Das kleine Mädchen an die Hand nehmend, tanzte Pauli durch den Saal. Die Band spielte einen alten Song von Billy Idol, der perfekt zum heutigen Tag passte. *White Wedding* animierte Paula zu einem kleinen Pogo. Sie hüpfte auf und ab, hielt dabei die Hand ihrer Nichte. Das große und das kleine Mädchen sprangen um die Wette, wedelten dabei wild mit den Armen. Bei einem etwas zu wilden Move landete die Kleine auf dem Hintern. Paula wollte ihr natürlich zur Hilfe kommen. Sie ging in die Hocke, um dem Mädchen auf die Beine zu helfen. Bei Steve Stevens geilem Gitarrensolo geschah es dann – Paulas Hochzeitskleid platzte auf, selbstverständlich an einer uns wohlbekannten Stelle…
Das wäre ja halb so schlimm gewesen, wenn dabei nur ihr Höschen gehalten hätte. Paulas Popo schaffte aber auch diese Hürde. Das Miederhöschen riss auf; über die ganze Länge der hinteren Naht.
Die Smartphones und Kameras leuchteten, da jeder die Hochzeit aufs Bild bannen wollte. Paulas Hintern schaffte sich Platz, drängelte sich unbekümmert in den Mittelpunkt des Geschehens. Man sah wirklich einen Großteil ihrer Sitzgelegenheit, da Paulas Hinterster enorm gut gepolstert war. Sie bemerkte ihr Malheur erst mit Verzögerung, was wohl auch an ihrem Alkoholpegel lag. Ihre süße Nichte brachte es mit der staubtrockenen Art einer Fünfjährigen auf den Punkt: „Dein Popo guckt aus dem Kleid, Tante Pauli!“ Das kleine Mädchen zeigte mit dem Finger auf Paulas klaffendes Brautkleid.
Glaube jetzt keiner, dass Paula deswegen zu heulen anfing. Meine frisch Angetraute lachte einfach:
„Ja, das ist wohl wahr, Maja! Ich hab mich schon gewundert, warum es da hinten so kühl wurde…!“
Meine Eltern schauten pikiert, als die restlichen Gäste zu klatschen begannen. Paulas Natürlichkeit rettete auch diese peinliche Situation, indem sie das Ganze ironisch herunter brach. Die freche Maja klapste ihrer Tante mitten auf den halbnackten Po. Paulas beste Freundin Judith kam gleich mit Nähgarn um die Ecke, zog meinen Liebling auf die Frauentoilette. Ich fühlte einen wahnsinnigen Stolz in mir. Das coolste Mädel der Welt war nun meine Frau! Nach fünf Minuten hatte Judith den Riss gestopft, und die Party konnte weitergehen. Nach einigen Gläsern Sekt lächelte sogar mein Vater und meine Mutter tanzte sogar mit mir. Es wurde früher Morgen, als uns die letzten Gäste verließen…
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