Pauline und der Womanizer

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Pauline und der Womanizer

Pauline und der Womanizer

Sven Solge

Gab es so etwas wirklich?

Man sieht einen Menschen nur für den Bruchteil einer Sekunde und die Welt schien stehen zu bleiben?

So war es gerade Pauline ergangen, die von ihren Freundinnen nur Biene genannt wurde.

Der Moment hatte sich vor gut 10 Minuten ereignet und beschäftigte ihr hübsches Köpfchen immer noch, oder besser gesagt ihr Herz!

Biene war unterwegs zu ihrer Freundin Laura, als der Mann ihren Weg kreuzte und das mit einem Paukenschlag.

Der Weg zu Laura führte an der kleinen Kneipe vorbei, die sie zwar schon öfter gesehen hatte, aber noch nie das Bedürfnis verspürte, dort mal einzukehren.

In letzter Zeit, wahrscheinlich Corona bedingt, verlagerte sich die Bewirtung immer mehr nach außen, weil man draußen keine Maske tragen musste.

Pauline war schon fast am Lokal vorbei und mit den Gedanken bei Laura, die sehr geheimnisvoll getan hatte als sie sie anrief und sie bat dringend zu ihr zu kommen, als es plötzlich hinter ihr fürchterlich schepperte.

Erschrocken ging sie reaktionsschnell hinter einem Verteilerkasten in Deckung, weil sie dachte ein Auto würden in die Kneipe brettern.

Als sie dann vorsichtig über den Kasten hinwegschaute, weil der Krach genauso abrupt endete, wie er begonnen hatte, sah sie in die wohl lustigsten Augen, die sie je gesehen hatte.

Da stand dieser Kerl keinen Meter von ihr entfernt und strahlte sie spitzbübisch an. Er lehnte an einem leeren Ölfass, welches wohl den infernalen Lärm verursacht hatte. In Ermangelung von Tischen, hatte der Wirt sich die Fässer besorgt und nutzte die jetzt als Stehtisch.

Der Kerl hatte sich wohl einen Spaß daraus gemacht, sie mit dem Fass zu erschrecken, indem er das Blechfass etwas unsanft auf dem Gehweg abgestellt hatte.

Auch wenn der Schreck immer noch in ihren Gliedern steckte, so erfasste ihr Blick in Bruchteilen einer Sekunde, was für ein Prachtexemplar von einem Mann da vor ihr stand und sie immer noch angrinste.

Er war groß, mindestens 1,90 oder mehr, braune, lockige Haare und süße Grübchen in der Wange, die sein Grinsen sympathisch machten. Er trug ein enges, blaues T-Shirt mit dem Aufdruck der Kneipe, das farblich zu seinen lustigen Augen passte.

„Habe ich dich erschreckt?“, fragte er, stieß sich von dem Fass ab und trat näher. Auch wenn der Lärm immer noch in ihr nachhallte, so kochte doch langsam etwas Wut in ihr hoch.

Als er bis an den Schaltschrank herangetreten war und Biene seine weißen Zähne sehen konnte, entschied sie sich zu kontern: „Blödmann!“, sagte sie, drehte sich um und machte sich wieder auf den Weg zu Laura.

Sie hörte noch ein ärgerliches Schnauben hinter sich und dann ein leises: „Entschuldige!“  

Als Biene die gegenüberliegende Straßenseite erreicht hatte, hörte sie es erneut scheppern, sie drehte sich aber nicht um, hob nur ihren Arm und zeigte den Mittelfinger.

Sollte er doch denken, was er wollte, auf diese bescheuerte Art bekam man bestimmt keinen Kontakt zu Frauen, wenn er das überhaupt beabsichtigte.

Als sie Laura erreichte, war ihre Wut einem anderen Gefühl gewichen.

Der hübsche Kerl hatte Eindruck bei ihr hinterlassen. Auch wenn Biene sich immer noch über den Schock aufregen konnte, den der Lärm bei ihr hinterlassen hatte, so dämpften langsam die Empfindungen ihre Wut.

Besonders seine lustigen Augen und die Grübchen in seinem Gesicht hatten sie fasziniert.

Doch dann öffnete Laura ihre Tür und sie wurde von ihrer Freundin in die Wohnung gezogen.

„Kommst du endlich!“, war das Erste, was ihre Freundin von sich gab.

Was dann folgte, ließ ihr eigenes Erlebnis in den Hintergrund treten, ja fast vergessen! Laura schob sie ins Wohnzimmer ihrer kleinen Wohnung und nötigte sie auf dem Sofa Platz zu nehmen.

„Er hat es getan!“, platzte es aus ihr heraus.

„Er hat was getan?“, fragte Biene etwas ratlos, konnte sich aber vorstellen, was Laura so in Euphorie versetzte.

Ihre Freundin war frisch verliebt und das kam mindesten einmal im Monat vor. Der jetzige hieß Elma und wurde von Laura in den Himmel gehoben.

„Er hat mich geküsst und wir hatten den unglaublichsten Sex, den du dir vorstellen kannst!“ Laura schien ihn immer noch zwischen ihren Beinen zu spüren, denn sie rutschte ständig mit ihrem Hintern über den rauen Stoff des Sessels.

„Wieso, wo wahrt ihr denn?“, fragte Biene nach.

„Hier! Er ist gerade vor einer halben Stunde gegangen.“

„Du meinst Elma ist gerade gegangen und ich musste sofort kommen?“

„Wieso Elma?“ Laura schaute Biene nachdenklich an.

„Nicht Elma, mit der Schlafmütze habe ich doch schon vor einer Woche Schluss gemacht! Nein, Robin war heute Nacht bei mir, wir haben uns gestern Abend kennen gelernt und sind später hier in meiner Wohnung gelandet.“

Biene war empört: „Aber du kannst doch nicht gleich einen fremden Mann mit in deine Wohnung nehmen!“

„Es ging nicht anders, sonst hätte er mich schon auf der Motorhaube seines Autos vernascht, das wäre mir dann doch zu peinlich gewesen. Mein Höschen hatte er mir schon zerfetzt, das liegt wahrscheinlich irgendwo in den Büschen. Als dann plötzlich ein Auto hupend an uns vorbeigefahren ist, habe ich Robin vorgeschlagen zu mir zu gehen. Wir sind dann schnell in sein Auto gestiegen und hierhergefahren. Die ganze Zeit hat er nicht die Finger von mir gelassen, ich wäre schon beinahe in seinem Sitz gekommen! Was für ein geiler Typ!“

Laura schien es bei der Erinnerung erneut heiß zu werden, denn sie drückte sich ihre Hand in den Schoß.

Biene schaute ihre Freundin sprachlos an. Sie wusste, dass Laura ein verrücktes Huhn war, aber das ging nun wirklich zu weit. Doch bevor sie etwas sagen konnte, fuhr Laura mit ihrer Schilderung fort.

„Du kannst dir nicht vorstellen, was Robin für ein Gerät hat! Schon beim Eindringen hatte ich meinen ersten Orgasmus. In meinem ganzen Leben bin ich noch nie so genommen worden, wie heute Nacht!“ Laura bekam einen richtig verklärten Blick, als sie das erzählte.

-*-

Eine Stunde später machte Pauline sich auf den Heimweg. Ihre Gedanken kreisten immer noch um die drastische Erzählung ihrer Freundin. Wenigstens war sie noch so klar im Kopf gewesen, dass sie Kondome benutzt hatten. Auch wenn Laura die Pille nahm, so war es natürlich sicherer bei so einer frischen Beziehung. Hätte sie noch mehr Kondome gehabt, wäre er wohl erst am nächsten Morgen gegangen.

Biene strebte gedankenverloren ihrer Wohnung zu, als ihr plötzlich ein dunkler Schatten den Weg versperrte.

Als sie aufblickte, schaute sie in die lustigen Augen, des Menschen, der ihr so einen Schrecken eingejagt hatte.

Empört darüber, dass er ihr jetzt den Weg versperrte, wollte sie wortlos um ihn herum gehen, doch er versperrte ihr erneut den Weg und legte ihr dazu noch eine Hand auf den Arm.

„Bitte, ich möchte mich bei dir entschuldigen!“

Er hörte sich geknickt an, sodass Pauline sich veranlasst fühlte ihn anzusehen.

„Es tut mir leid, dass ich dich vorhin so erschreckt habe. Ich wollte nur deine Aufmerksamkeit erregen, weil ich dich schon öfter gesehen habe, wenn du an unserem Lokal vorbei gegangen bist, aber nie hast du mal reingeschaut!“

Er streichelte vorsichtig ihren Arm, ließ ihn dann aber los.

„Kann ich dich zu einem Cocktail oder Kaffee einladen, ich würde mich sehr freuen wenn du meine Einladung annehmen würdest.“

Pauline wollte gerade dankend ablehnen, schaute ihn dabei aber an. Doch als sie jetzt in seine Augen sah, die vorhin noch so spitzbübisch geblitzt hatten, sah sie jetzt ernstes Interesse in seinem Blick.

Vielleicht wollte er sie nur kennenlernen?

Ihre Gedanken überschlugen sich, er war wirklich ein hübscher Kerl, aber auch so ein Typ Mann, der an jedem Finger zehn Frauen haben könnte.

Aber für eine Nacht?

Pauline schüttelte innerlich den Kopf über ihre sündigen Gedanken. Gab dann aber zögerlich nach, als er sie sanft zum Eingang der Kneipe schob.

„Setz dich! Magst du einen Aperol-Spritz?“, fragte er, als er sie zu einem Tisch geleitet hatte.

„Ja, bitte!“, konnte Biene nur sagen, bevor sie sich setzte.

„Kommt sofort!“

Pauline schaute sich im Lokal um. Es sah besser aus, als sie von außen vermutet hatte. Sogar Tischdecken hatten sie auf den Tischen und in winzigen Blumenvasen steckte jeweils eine einzelne gelbe Rose mit etwas Grünzeug. Es sah gemütlich aus und als sie sich die Speisekarte ansah, die in einem Ständer neben der Rose stand, musste sie überrascht feststellen, dass man hier anscheinend gut und preiswert essen konnte.

Der große Kerl kam mit einem Tablett und stellte gekonnt zwei Gläser mit Aperol auf den Tisch und setzte sich zu ihr.

„Darf ich dich fragen, wie du heißt? Ich bin übrigens Nikolas, aber meistens werde ich nur Nick gerufen!“

„Ich heiße Pauline, aber meine Freunde nennen mich Biene!“

„Ich weiß, ich hatte keinen guten Einstand bei dir und ich kann mich nur wiederholen, es tut mir sehr leid! Aber du bist mir schon öfter aufgefallen, wenn du hier vorbei gegangen bist.

Er hob sein Glas und sagte: „Auf eine bessere Zukunft und möge der Tag kommen, dass ich dich auch Biene nennen darf!“

Dabei lächelte er sie so herzlich an, dass Pauline nicht anders konnte: „Meinetwegen kannst du mich auch sofort Biene nennen! Den Schock von vorhin habe ich mittlerweile verdaut.“ Sie hob ebenfalls ihr Glas und stieß es leicht gegen seins.  

Im Restaurant wurde es immer voller, sodass Nick hin und wieder zum Tresen gerufen wurde und auch ab und zu servieren musste.

Ein älterer Mann hinter dem Schanktisch, der damit beschäftigt war Bier zu zapfen und Getränkebestellung zusammen zu stellen, blickte öfter zu ihnen rüber und es schien Pauline, als wenn er immer ärgerlicher wurde.

„Ist der Mann hinter dem Tresen dein Chef?“, fragte sie Nick, als der wieder zum Tisch kam.

„Das ist mein Vater! Ihm gehört das Lokal. Er ist etwas genervt, dass ich hier mit dir sitze. Aber er kann mich mal, seit Monaten arbeite ich hier, wie ein Verrückter und wenn ich mir mal eine kurze Auszeit nehme, dann dreht er am Rad!“  

„Dann sollte ich besser jetzt gehen!“, sagte Pauline.

Nick zuckte mit den Schultern, fragte sie dann aber: „Würdest du Montag mit mir Essen gehen? Montag ist mein freier Tag, ich würde dich gerne näher kennen lernen!“

Pauline sagte zu, weil Nick ihr lymphatisch war und das Kribbeln in ihrem Bauch immer mehr zunahm. So verabredeten sie sich für den kommenden Montag, um 18:00 Uhr vor dem Lokal.

-*-

Paulines Vorbereitungen auf das Treffen mit Nick, wurde langsam zur Qual! Schon die Stunde im Bad war für sie erregend gewesen.

Immer wieder begutachtete sie sich im Spiegel und fand immer noch ein Härchen, welches sich bei ihrer Körperrasur versteckt hatte. Das Kribbeln in ihrem Bauch hatte sich immer mehr in die unteren Regionen verlagert und wenn sie an ihr Date dachte, wurde ihr ganz heiß und sie bekam weiche Knie.

Auch wenn ihr bewusst war, dass es ihr erstes Date mit Nick war, so wollte sie auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Natürlich würde sie es Nick nicht leicht machen, aber auf der anderen Seite wäre sie sowas von bereit, ihn an sich ranzulassen. Pauline konnte es sich kaum noch vorstellen, wie es war, von einem Mann verführt zu werden. Schon dieser Gedanke ließ sie feucht werden und leise aufstöhnen.

Jetzt stand sie vor ihrem Kleiderschrank und konnte sich nicht entscheiden, was sie anziehen sollte? Schließlich entschied sie sich für ein luftiges Sommerkleid, passend zu den derzeitigen Temperaturen.

Pauline hatte ihrer Freundin Laura von ihrem Treffen mit Nick erzählt und ganz, wie es ihre Art war, hatte sie ihr geraten, bei ihrem Outfit auf Unterwäsche zu verzichten. Dem Tipp folgte sie nicht, ließ aber ihren BH weg, da der bei ihrer geringen Oberweite sowieso nur selten zum Einsatz kam.

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