Wir beide waren immer auf Krawall gebürstet und sind so manches Mal an einer Anzeige wegen Sachbeschädigung oder Beleidigung vorbei geschlittert. Aber deine Anmache…“
„Das war keine Anmache!“, unterbrach ich sie. „Eher als ein Kompliment gedacht!“
„Ich weiß, im Nachhinein sehe ich es auch so und bin dir und meinem Vater auch sehr dankbar dafür. Aber zu dem Zeitpunkt hätte ich auf jeden noch so nett gemeinten Spruch aggressiv reagiert.“
„Aber was ist passiert, dass du deine Ansichten so schnell geändert hast?“
„Lizzy wurde verhaftet, weil sie einem Mann in der U-Bahn das Knie in den Unterleib gerammt hat, weil er sie angeblich unsittlich berührt hatte. In Wirklichkeit musste der Fahrer der U-Bahn eine Notbremsung einleiten, weil auf dem Bahnhof etwas auf die Gleise gefallen war. Zeugen haben das Bestätigt und Lizzy ging in U-Haft weil sie sich auch noch gegen die Polizisten aufgelehnt hatte. Das alles und Lizzys Unbelehrbarkeit hat mir die Augen geöffnet und ich habe mich vor den Spiegel gestellt und mich mit deinen Augen und denen meines Vaters angesehen und musste euch zustimmen.
Noch am selben Tag bin ich zum Friseur und habe mir meine Naturfarbe einfärben lassen.“
Juliane trank einen Schluck Kaffee und schwärmte sofort los: „Oh was für ein leckerer Kaffee, der ist ja köstlich!“
„Ja, für meine Gäste ist mir nichts zu teuer!“, prahlte ich etwas und strahlte sie an.
„Du bist schon etwas Besonderes!“, sagte sie mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck.
„Dein Spruch von damals hat mir sehr zu schaffen gemacht!“, sagte ich, um etwas von mir abzulenken.
„Wieso?“
Ich trank auch erst mal etwas Kaffee, bevor ich antworten konnte.
„Ich habe sogar in der Nacht von dir geträumt!“
„Wirklich? Was hast du denn geträumt, dass dir eine grüne Hexe die Augen auskratzt?“ Juliane fand das sehr lustig und kicherte vor sich hin.
„Nein, in meinem Traum habe ich dich so gesehen, wie du wirklich aussiehst!“
„Und, stimmt dein Traum mit der Wirklichkeit überein?“
„Was ich jetzt so sehen kann, schon!“
„Wieso, was siehst du denn jetzt nicht?“
Ich zögerte etwas, bevor ich antworten konnte: „Ich habe dich so gesehen, wie Gott dich erschaffen hat!“
„Nackt?“, kam es etwas überrascht über ihre Lippen.
„Ja, und du hast wirklich sehr erregend ausgesehen!“
„Und, hatten wir Sex?“, fragte sie sehr direkt.
„Nein, dazu ist es nicht gekommen, ich bin vorher aufgewacht!“
„Hättest du gerne Sex mit mir gehabt? Hattest du eine Erektion?“, fragte Juliane unverblümt weiter.
„Wow, du willst es aber genau wissen!“, antwortete ich ausweichend, weil es mir langsam zu heiß wurde.
„Und, hattest du?“, ließ sie nicht locker.
„Ja!“
„Was, ja? Hättest du gerne Sex mit mir gehabt oder hattest du einen Steifen?“
Ich fühlte mich total in die Enge getrieben und konnte gar nicht mehr klar denken. Diese junge Frau hatte eine Art an sich, die meine Selbstsicherheit erschütterte.
„Magst du nicht antworten? Ist es dir zu peinlich, dass du geil auf mich warst?“
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