Sollte ich zu der Ansicht kommen, dass dies nicht der Fall ist, wird das euren Popos nicht guttun. Ich hoffe, dass ihr meine Warnung nicht in den Wind schlagen werdet!“ Es entging der jungen Gouvernante nicht, dass Alwines Mundwinkel ein freches Grinsen formten. Jolanthe ignorierte diese Dreistigkeit. Es war lange her, seit sie eines der Mädchen übers Knie legen musste. Eigentlich glaubte sie, dass es nicht mehr nötig wäre, dass sie die Mädchen auf eine solche Weise bestrafen musste. Nun überkam die Erzieherin das untrügliche Gefühl, dass sie sich vielleicht doch geirrt hatte. Sie verließ das Zimmer der jungen Damen, nachdem sie ihnen noch einmal den Ernst der Lage vor Augen gehalten hatte. Als Alwine und Luise wieder unter sich waren, wollte vor allem Alwine wissen, was ihre ältere Schwester von den Drohungen der Gouvernante hielt. Luise erinnerte sich noch gut an den letzten Povoll, den ihr Jolanthe verabreicht hatte. Das gab sie offen zu.
„Ich traue Fräulein Jolanthe zu, dass sie ihre Worte in die Tat umsetzt. Wir sollten vielleicht lieber auf sie hören, Alwine. Stell dir vor, wie peinlich es wäre, wenn sie uns wieder wie Backfische behandelt!“ Alwine machte eine abwertende Handbewegung.
„Das ist Blödsinn, Luise! Du bist bereits 20 Jahre alt und ich 19. Du glaubst doch nicht, dass ich mir von Jolanthe den Po versohlen lasse. Das wird sie nicht wagen!“ Luise war da nicht so sicher. „Und wenn doch?“, fragte sie mit ängstlicher Stimme.
„Dann wehren wir uns nach Kräften. Sie wird rasch aufgeben, wenn sie merkt, dass wir uns so eine Behandlung nicht mehr gefallen lassen! Denk lieber an Knut und wie er dich angehimmelt hat. Kitzelt es dich da nicht unter deinen Röcken?“ Luise kicherte. Vielleicht hatte Alwine ja recht.
Peinliche Augenblicke
Episode 7 aus: Die Abenteuer einer Gouvernante
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Peinliche Augenblicke
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