„Nein, nein!“, beteuerte ich und umarmte meine Freundin. „Rico ist dein Freund und wird es auch bleiben. Ich werde auch noch einen Mann wie ihn finden, muss nur Geduld haben!“
Es schien zwischen Jule und mir wieder alles in Ordnung zu sein. Doch auf einmal machte meine Freundin sich rar. Sprach ich sie darauf an, begründete sie das mit Prüfungsvorbereitungen oder fand andere Ausreden. Auch Rico sah ich nicht mehr, was mir komischerweise mehr zu schaffen machte, als ich wahr haben wollte.
Eines Tages, ich hatte mir gerade meinen weichen Hausanzug angezogen, stand sie plötzlich bei mir vor der Tür. Jule und ich hatten uns bestimmt schon drei Wochen nicht gesehen. Ich hatte seit einem viertel Jahr eine eigene, kleine Wohnung, die von meinen Eltern gesponsert wurde. Jule war zum ersten Mal hier und fragte vorsichtig mit einem verlegenen Lächeln auf den Lippen:
„Darf ich reinkommen?“
„Ja, natürlich!“, sagte ich etwas verdattert und trat beiseite, um sie einzulassen. „Ich bin etwas überrascht dich zu sehen, habe nicht mit dir gerechnet.“
Nachdem sie sich im Wohnzimmer etwas umgesehen und dann auf dem Sofa Platz genommen hatte, fragte ich sie: „Magst du ein Glas Rotwein?“
„Oh, ja gerne! Ich bin etwas aufgeregt, muss dir unbedingt etwas erzählen!“ Dabei nestelte sie an ihrer Bluse rum. Öffnete zwei Knöpfe, sodass ihr üppiger Busen nur noch knapp bedeckt war. Kannte ich doch ihre weiblichen Attribute zur Genüge.
Deshalb ignorierte ich es, indem ich erst mal zwei Gläser und den Wein holte und die Flasche öffnete. Nachdem ich eingeschenkt hatte, prosteten wir uns zu.
Jule schien sehr durstig, denn sie leerte das ganze Glas in einem Zug. Ich schenkte ihr nach, nahm selber aber nur einen Schluck aus meinem Glas.
„Was willst du mir erzählen?“, fragte ich, etwas neugierig geworden.
„Ich habe mich von Rico getrennt!“, stieß sie heftig hervor.
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