Perfect Day in Utopia

2 9-15 Minuten 0 Kommentare
Perfect Day in Utopia

Perfect Day in Utopia

Heike Andrea Blume

Die dicke, runde Kerze vor uns flackerte und an der linken Seite hatte sich die Flamme eine Kuhle rausgebrannt, aus der der flüssige Wachs herunter auf den Tisch floß.
Wir beschlossen, daß es langsam Zeit war, zu gehen. Verabschiedeten uns und liefen nebeneinander die Straße hinunter. Von der rechten Seite der saftig, würzige Geruch des Pinienwaldes und von der linken der frische, salzige Duft des Meeres. Tagsüber nahm man das gar nicht so wahr. Der Tag riecht nach Menschen und Leben und die Nacht nur nach Natur.
"Zu dir oder zu mir?", fragte ich grinsend.
"Na, da ich mal annehme, daß es bei dir zur Zeit ordentlicher aussieht als bei mir... zu dir?"
Also gingen wir weiter, an seinem Bungalow vorbei, und standen einige Minuten später auf meiner Terrasse. Ich holte den Schlüssel aus der Hosentasche und als ich gerade aufschließen wollte, spürte ich ihn dicht hinter mir stehen.
"Warte mal kurz.", flüsterte er und ich drehte mich um. Er nahm mein Gesicht in beide Hände und küßte mich.
"Schwimmen?", fragte ich zwischen zwei langen Küssen.
"Schwimmen!"
Die Klamotten lagen einsam und verstreut auf den Holzboden.
Wir liefen runter zum Wasser. Es war recht kühl, aber die Brandung sanfter als noch am Nachmittag. Lachend tobten wir uns durch die Wellen zu einer kleinen Sandbank. Die Wellen hatten wir hinter uns gelassen, der Bungalow war nur noch ein etwa handgroßer, schwarzer Punkt in der Dunkelheit. Über uns der gigantische, klare Sternenhimmel und Mondlicht glitzerte in seinen Augen und auf den nassen Haaren. Atemlos lächelten wir uns an. Küßten und liebten uns zwischen den salzigen, flachen Wellen. Verursachten neue.
Naß und bibbernd standen wir wieder auf der Terrasse. Er sammelte die Klamotten ein und ich schloß die Tür auf. Mein Blick fiel auf die Uhr an der Wand. Fast halb drei.
Wir gingen lange und ausgiebig duschen und setzten uns noch eine Weile ins Wohnzimmer. Hörten Musik und tranken noch ein letztes Glas Wein.
Etwa eine Stunde später lagen wir im Bett, kuschelten uns dicht aneinander und schliefen ein.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 2693

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben