Der jegliche Perfektion fortspült, die sich noch in ihm befand. Dann hebt er mich hoch. Er will sich nicht länger meinem Rhythmus beugen, sondern selbst bestimmen. Fast brutal drückt mich gegen die Wand seiner sauberen Wohnung, seine Lippen an meinem Hals, saugend, beißend, bis ich den Kopf in den Nacken werfe. Ich fühle ihn hart an meinem Bauch, bevor er in mich stößt – tief, ohne Vorwarnung. Kein vorsichtiges Tasten, sondern ein Einnehmen. Er bewegt sich noch kurz kontrolliert, in regelmäßigen Stößen, aber dann schneller, ungezügelter, sein Atem rau gegen mein Ohr, Schweiß auf seiner Stirn, die Frisur zerzaust. Ich kralle mich in seinen Rücken, höre das Klatschen unserer Körper, bis der Höhepunkt naht – meiner erst, ein Schrei, der durch den Raum hallt, während ich mich zitternd an ihn klammere. Er lässt sich davon nicht beirren, stößt weiter, als könnte er nicht aufhören, stößt tiefer, kommt mit einem überraschend animalischen Grunzen, verharrt einen Moment ganz still, bis wir beide erschöpft zusammenbrechen.
Ich spüre, wie mir nur schon bei dieser Vorstellung heiß wird. Und vor allem, wie ich unmerklich meine Oberschenkel aneinanderpresse, zwischen denen es feucht geworden ist. Dann stelle ich mir wieder vor, wie es wäre. Wie er endlich etwas anderes sagen würde als seine üblichen paar Sätze hier. Wie ich nicht Worte, sondern Laute von ihm hören würde. Nur kurze Töne, die an meinem Hals verklingen. Ich würde seine Perfektion zerstören, ganz sachte, bis nur mehr ein Mann übrigbleibt – einer, der sich an mir festhält, weil er nichts anderes mehr hat, an das er sich klammern kann.
Ich sehe ihn atmen, schnell, unregelmäßig, als würde er sich endlich seines eigenen Körpers erinnern, der nun so nackt und verletzlich da ist, seiner üblichen Kleidung beraubt.
Perfekte Ruhe, unordentliche Gedanken
Kaffeehausgeschichten
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Perfekte Ruhe, unordentliche Gedanken
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