„Wir gehen jetzt ins Café gegenüber“ hörte ich ihre laute Stimme. „Willst du etwa hier bleiben?“
Ich begann zu stottern, als wollte ich gar nicht das tun, was ich ihr zurief: „Ich komme nach.“ Es klang fast wie eine Entschuldigung an den Mann neben mir, warum ich nicht weiter an seiner Seite bleiben konnte. „Tut mir leid“, sagte ich und suchte den Blickkontakt zu seinen Augen, bevor auch ich langsam zögernd zum Ausgang schritt. Ich schaute mich dabei ständig um, ob der Mann mir vielleicht folgte, und fühlte mich wie verlassen, als ich im Café neben Ulrike und Helga saß.
„Hast du etwas mit diesem Mann?“, fragte Ulrike neugierig.
„Nein, es ist nur wegen deiner Aktmodelle. Du hast es ja selbst gehört, was er dazu gesagt hat.“ Ulrike wandte sich von mir ab, ein deutliches Zeichen, dass sie darüber nicht sprechen wollte.
Ich hielt ständig die Eingangstür des Ausstellungsaales auf der anderen Straßenseite im Auge und hörte gar nicht zu, wie Ulrike die Vorzüge praller weiblicher Körperformen pries.
Erregt atmete ich auf, als ich den Mann erblickte, wie er über die Straße direkt auf uns zuschritt. Ich richtete mich unübersehbar auf, winkte ihm sogar zu und überhörte die Einwände Ulrikes, diesen Mann an unseren Tisch zu bitten.
„Darf ich die drei Damen zu einem Kaffee einladen?“ Ulrike schüttelte den Kopf, Helga zuckte mit den Schultern, ich sagte sofort ja.
„Cappuccino oder Espresso?“
„Mir egal! Ja!“, entgegnete ich verwirrt, als wollte ich ihm damit zu verstehen geben, dass ich zu allem ja sagen würde, wozu er mich einlud.
Nach einem Augenblick des Schweigens, wandte er sich an Ulrike, wohl um sie zu beschwichtigen, weil er vorhin ihre Aktmodelle kritisiert hatte. Diesmal lobte er die Aussagekraft ihrer Bilder. „Als wenn man dabei gewesen wäre“, schwärmte er.
Doch Ulrike sagte kein Wort; sie schien zu sehr beleidigt. Schließlich stand sie auf und verschwand grußlos.
Pfirsichbrüste
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