Der Phallus

Die Gottesanbeterin Teil 3

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Der Phallus

Der Phallus

Joana Angelides

Yoko nimmt nun aus dem Etui einen leicht s-förmig geschlungenen Doppeldildo heraus und führt ihn langsam in sie ein. Sofort stößt sie dagegen. Geschickt platziert sich Yoko so, dass die Beiden nun ineinander verschränkt daliegen, lässt das andere Ende mühelos in sich selbst hineingleitet und beginnt ein teuflisches Spiel. Um selbst zum Genuss zu kommen, bearbeitet sie den Körper der Blondine mit regelmäßigen wilden Stößen, rammt ihr dieses Tool immer wieder hinein, unterbricht sekundenlang, macht wieder weiter und kommt schließlich selbst in einen tranceähnlichen Zustand. Sie stimulieren beide ihre Brustspitzen, öffnen ihre Münder und lassen ihre Zungen kreisen. Yoko bereitet einen Doppel-Orgasmus für sie beide bzw. für uns Drei, vor. Nun erst registriere ich, dass sich auch mein Körper an diesen Rhythmus angeglichen hat und ich von einigen Ergüssen überrannt wurde und sie ebenfalls, wimmernd und keuchend über mich gefegt sind. Ich lecke an dem Gestänge meines Fernrohres, murmle ihren Namen…. Yoko, Yoko, Yoko…….

Das Verlangen des Körpers der Blondine dürfte auch nur mehr darauf ausgerichtet sein, das Denken ausgeschaltet, denn er macht mit, wird ebenfalls immer unbeherrschter und zuletzt zucken beide Frauen ekstatisch und es ist nur mehr ein Gewirr von zuckenden Beinen und Armen zu sehen, die sich gegenseitig umschlingen. Das wiederholt sich noch zweimal. Ich schaue zwischen den einzelnen Etappen auf meine Uhr, es sind inzwischen gut zwei Stunden vergangen, seit Yoko diese Frau und auch mich von einem Orgasmus zum anderen treibt. Das Gesicht der Blondine ist verzerrt, ihr Mund steht offen, die Haare sind schweißnass, nun bricht sie zusammen und bewegt sich nicht mehr. Die Arme und Beine entwirren sich.

Nach dem endlich letzten Höhepunkt beugt sich Yoko über die Blondine, greift nach dem schwarzen Kästchen neben sich und dreht den Schalter mit einer jähen Bewegung ganz nach rechts, acht Lämpchen leuchten auf. Der neben ihr liegende Körper bäumt sich auf, der Mund öffnet sich noch weiter, zu einem wahrscheinlich letzten Schrei. Der Körper entspannt sich, wird schlapp, sie liegt bewegungslos da.
Ich halte den Atem an! Hat sie es wieder getan, sie nun ebenfalls umgebracht? So einfach und schnell, ohne Vorwarnung, mit einer Handbewegung sozusagen?
Um mich dreht sich alles, ich muss mich setzen, meine Füße tragen mich nicht mehr. Ich will es gar nicht mehr genau wissen, mein Gehirn weigert sich, es zur Kenntnis zu nehmen.
Erstaunt stelle ich fest, dass es mich überhaupt nicht mehr interessiert, wie sie sich diesmal wieder der eventuellen Leiche entledigt. Ich will nicht wissen, wie sie das bewerkstelligt. Es wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben.

Ich hätte es wissen, hätte das verhindern müssen, vielleicht die Polizei anrufen, es vom Balkon schreien sollen? Aber ich weiß inzwischen, dass es mich inzwischen fasziniert, dass sich meine Lust daran rankt, dass der Tod auch ein Teil meiner Lust und Leidenschaft geworden ist. Und das erschreckt mich.

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