Sie wirkt angestrengt.
Die Linie ihres gebeugten Nackens geht elegant und graziös in ihr Rückgrat über. Sie hebt wieder langsam ihren Kopf nach oben und sinkt wieder einige Zentimeter abwärts. Sie hält inne, beginnt mit dem Becken zu rotieren. Ihr Mund öffnet sich; man kann nur erahnen, dass sie stöhnt. Und wieder geht es ein kleines Stück nach unten. Sie stützt nun den Kopf auf ihren rechten Unterarm und ein Zittern geht durch ihren Körper. Ich kann nur erahnen, dass sie knapp vor einem Orgasmus steht. Sie hält inne und genießt offensichtlich den Sturm in ihrem Körper. Das Zittern wird stärker, ihre Bewegungen hektischer, das Auf und Ab schneller. Sie umklammert die Stuhllehne, wirft ihren Kopf hin und her und plötzlich sinkt sie völlig nach unten, lässt die Lehne los und sackt zusammen.
Die räumliche Entfernung zwischen uns macht es mir unmöglich, etwas zu hören oder sie eventuell zu berühren, obwohl ich genau das nun gerne gemacht hätte. Ich merke, dass ich das Stativ des Fernrohres umklammert halte, mit der Zunge auf der Haltestange auf und abgleite und meine Sinne verrückt spielen.
Ich wende mich ab, werfe mich in den Polstersessel und merke, dass mich ein Weinkrampf schüttelt. Diese Frau hat mich total im Griff, ich werde sicherlich noch verrückt werden. Nach einer Weile beruhige ich mich einiger Maßen, stemme mich wieder auf und wanke zum Fernrohr. Sie ist nicht mehr zu sehen, der Phallus steht jedoch noch immer im Raum, schwarz und glänzend, der Sessel jedoch ist weg. Die Glastüren sind geschlossen. Sie wird ihre Wohnung verlassen haben. Irgendwie ist sie mir unheimlich. Sie durchlebt Situationen, die jede andere Frau zumindest für eine Stunde erlahmen lassen würden. Sie jedoch verlässt unmittelbar danach ihre Wohnung und geht offenbar einer Tätigkeit nach.
An Arbeit ist heute nicht zu denken.
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