Ich möchte deine maskuline Essenz, mit der du mich geflutet hast, nicht hier ins Wasser ausfließen lassen. Sonst werden morgen alle weiblichen Badegäste schwanger sein. So viele Schmerzensgeld- und Schadensersatzforderungen kann ich mir nicht leisten.“
Carlo lachte schallend. „Wer weiß, vielleicht wären sie dir sogar dankbar und dein Hotel wird zu einem Wallfahrtsort für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. Dann möchte ich allerdings am Umsatz beteiligt werden, hörst du? Apropos maskuline Essenz: Kompliment, auf die Metapher muss man erst mal kommen.“
„Ist leider nicht von mir.“ gab sie zu. „Das habe ich bei Umberto Eco gelesen, in Die Insel des anderen Tages.“
Sina watete zu der kleinen Treppe, wobei sie ihre Schamlippen immer noch mit den Fingern zusammendrückte. Über die Schulter rief sie ihm zu: „Solange ich unter der Dusche bin, kannst du es dir schon mal da oben in einer der kuscheligen Grotten bequem machen. Ich bin gleich zurück.“
Obwohl er nur ungern seinen wohligen Sitzplatz aufgab, ging Carlo zu der Freitreppe hinüber, hinter der sich die besagten Grotten befanden. Da sie von außen alle gleich aussahen, entschied er sich gleich für die erste. Ihren Eingang erreichte man über steinerne Platten, die durch ein nierenförmiges Beet mit exotisch anmutenden Pflanzen und Sträuchern führten. Im Inneren der aus Granitfelsen errichteten Grotte war ein anthrazitfarbener Whirlpool eingelassen. Die gedämpfte Beleuchtung bestand im Wesentlichen aus einem im Pool angebrachten, mehrfarbigen Unterwasserstrahler und einem Spotlight, das die perfekten Formen einer weiteren Venus-Statue raffiniert umschmeichelte. Eine unsichtbare Düse verströmte nach Lavendel duftenden Dampf. Carlo ließ sich in der ergonomisch geformten Sitzmulde nieder und genoss das warme, sprudelnde Wasser.
Einige Minuten später huschte Sina in die Grotte. Zu seinem Erstaunen hatte sie sich den Mund mit dem erotischsten Rot geschminkt, das man sich vorstellen konnte.
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