Die Pianospielerin

5 10-16 Minuten 0 Kommentare
Die Pianospielerin

Die Pianospielerin

Grauhaariger

Der letzte Applaus einiger weniger Gäste war verklungen, als sie sich wieder zu Arthur an den Tisch setzte. Minuten später waren sie übereingekommen, dass Nadia mit zu ihm fahren würde, um seine Schallplattensammlung zu besichtigen. Er tätigte einen kurzen Anruf, beglich die Rechnung und reichte seiner neuen Bekannten galant den Arm.

Draussen wartete eine dunkle Limousine. Der Fahrer öffnete die Tür im Fond und war Nadia beim Einsteigen behilflich. Hatte dieser ihr zugezwinkert? Die Spannung fiel von ihr ab nachdem klar war, dass Arthur nach dem Konsum des Alkohols nicht mehr selbst am Steuer sitzen würde.

„Mein Fahrer wird Sie später auch nach Hause bringen.“ Ihr neuer Bekannter dachte an Alles. Unterwegs erzählte Nadia ein wenig von sich, von ihrer russischen Abstammung und wie sie nach Deutschland gekommen ist.

„Leben Sie allein?“ Sofort nachdem er diese Frage gestellt hatte bat Arthur die Frau um Verzeihung: „Es tut mir leid. Es geht mich nichts an, wie sie leben.“ Nadia ging nicht weiter darauf ein und fragte neugierig, wie lange die Fahrt noch dauern würde.

Sein Haus war ein stattliches Anwesen, eine Villa. Im Foyer, Arthur nahm gerade ihren Mantel entgegen, stellte Nadia dann die Frage, die ihr schon länger auf der Zunge lag: „Was sagt eigentlich Ihre Frau dazu, wenn Sie zu so später Stunde, Mitternacht war längst vorbei, noch Gäste ins Haus bringen?“

„Meine Frau würde sich freuen;“ antwortete ihr Gastgeber ein wenig melancholisch, „aber leider ist sie im vergangenen Jahr von uns gegangen. Krebs. Aber sprechen wir lieber von Ihnen…!“

Arthur geleitete Nadia durch eine Flügeltüre in einen grösseren Raum, beinahe eine Halle. Das Kaminzimmer. Dort stand auch ein Piano. Die Musikerin ging ohne zu Zögern darauf zu. „Ein schönes Stück;“ bemerkte sie und streifte mit einer Hand liebevoll über das Instrument. Er erzählte, wie er in den Besitz dieses Flügels gekommen war und bot seiner Besucherin ein Glas Rotwein an.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 11677

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben