Er sah gut aus mit seinen schulterlangen, schwarzen Haaren, die er mitunter zu Zöpfen flocht. Katherine bemerkte Louisas Schwärmerei für den jungen Piraten. Die Tochter des Captains machte sich keine Illusionen, was die Romantik eines solchen Lebens betraf. Katherine hatte genug erlebt, um zu wissen, dass man den meisten Männern nicht trauen konnte. Sie hatte ihren Status an Bord nicht nur durch ihr Geburtsrecht geschenkt bekommen, sondern ihn regelrecht erkämpfen müssen. Die kluge Frau wusste, dass Louisa überhaupt nicht klar war, auf was sie sich eingelassen hatte. Da sich die vornehme Dame Mühe gab, ihren Aufgaben in der Kombüse gerecht zu werde, gewährte Captain Tarbeard ihr einige Freiheiten. Die Crew schwor sich durch ein kleines Fest auf die Kaperfahrt ein, an dem auch Louise teilnehmen durfte. Es dauerte nicht lange, bis die Männer schmutzige Lieder sangen und dabei reichlich dem Rum zusprachen. Louisa erregte des Steuermanns Aufmerksamkeit, indem sie in ausgelassener Stimmung zu den Klängen der Fidel tanzte. Der aus Irland stammende Matt Murdock spielte sich in einen Rausch, während Louisa den Steuermann zum Tanz aufforderte. Katherine gefiel es nicht, wie das Mädchen sich aufführte. Sie hatte Angst, dass ihre Tarnung aufflog, wenn das vermeintliche Waisenkind sich derart offensiv gebärdete. Als Louises Po auch noch beiläufig Jim Cullens Schritt streifte, spürte Katherine, dass sie eingreifen musste. Die Seemänner johlten, während Katherines Augen Skepsis versprühten. Jim umfasste Louisas Hüfte, um sie näher zu sich herzuziehen. Captain Tarbeard schmunzelte, als seine Tochter dem Treiben Einhalt gebot. „Mir scheint, dass unser junges Crewmitglied müde ist und die Koje nach ihr ruft. Du hast sicher nichts dagegen einzuwenden, Jim, wenn ich Louise nun dorthin geleite?“ Jim verzichtete auf einen Protest, während Louisa ihren Unmut äußerte.
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