Kommst Du wieder? Zu einer Pizza auf der Piazza von Ovada? Ihr Lächeln war wieder milde geworden.
Wenn mein Weg mich wieder hierher führt, werde ich zu Dir kommen, um mich von den von Dir offerierten Genüssen erfreuen zu lassen.
Ein breites Lachen zierte ihr Gesicht, als sie ihm zum Abschied nachwinkte.
Es war wie damals, vor mehr als einem Jahrzehnt, als er weit entfernt in Aquitanien mit einer ebenso begehrenswerten Frau genau dies alles schon einmal erörtert hatte.
Und es war wie damals: er kannte nicht mal ihren Namen.
Es war wie immer. Seine Liebste schlief tief, murmelte irgendetwas Unverständliches, griff nach ihm ohne zu erwachen.
Er lag noch eine Zeit lang wach und ließ den Tag und vor allem den Abend Revue passieren, unschlüssig, was bleiben würde, die Wehmut über die nicht verwirklichte Chance, endlich einmal wieder begehrt zu werden mit Leib und Seele, die Freude über eben dieses Geschenk einer erotischen Begegnung als aufwühlende seelisch-sinnliche Erfahrung schon vor jeder Berührung, die Trauer über die Unwiederbringlichkeit dessen in ihrer eigenen Liebe, die Zufriedenheit über das Band zwischen ihnen, das sich auch in schwierigen Zeiten als unendlich stark erwiesen hatte und das sich seiner unbekannten Freundin schon in der Beobachtung erschlossen hatte.
Bei aller Melancholie erwies sich letzteres als bestimmendes Gefühl und er schlief zufrieden ein.
Oh, ich habe geschlafen wie ein Stein! Ich habe gar nicht gehört, wie Du gekommen bist. Warst Du noch lange fort?
Nein, beruhigte er sie, ich war praktisch die ganze Zeit bei Dir, ohne die Zweideutigkeit seiner Antwort dazulegen.
Das ist gut. Wenn Du nicht bei mir bist, bin ich nicht glücklich, murmelte sie, kuschelte sich an seine Seite, und schloss noch einmal die Augen, sie, die Unerreichbare. Nah, zu nah, sollte er nicht sein, nur in der Nähe.
Aber das war, wie er inzwischen gelernt hatte, auch schon ein nicht zu unterschätzender Wert.
Versonnen blickte sie aus dem Autofenster zurück auf die Stadt und die umliegenden grünen Hügel. Wenn wir wieder hier vorbeikommen, bleiben wir ein paar Tage. Diese kleine Stadt hat einen nicht gleich erkennbaren Reiz, der sich erst heute Morgen so richtig offenbart, weshalb es mir leidtut abzufahren.
Nichts lieber als das, antwortete er.
Und was sonst blieb K. als allgemeine Erkenntnis?
Sich mit den Sprachen naher Urlaubsländer intensiver zu beschäftigen, war immer ein Gewinn.
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