Hätte er seine Tochter dabei ertappt, wäre Pola ein Povoll sicher gewesen. Doch Herr Blecha schlief tief und fest seinem Ehrentag entgegen. Nachdem sie die Kippe in den Garten geschnippt hatte, war es auch für Pola an der Zeit, sich schlafen zu legen. Sie brauchte keine zehn Minuten, bis sie die Augen schloss und diesen aufregenden Tag endgültig hinter sich ließ. Pola hatte Ruhe nötig.
Sie stand recht früh auf, um der Haushälterin letzte Anweisungen zu geben. Fräulein Zuzana machte sich Notizen, damit alles zu Polas Zufriedenheit ausgeführt werden konnte. Am späten Nachmittag trafen die ersten Gäste ein. Es waren an die 30 Einladungen versandt worden, die nur an die engsten Verwandten und Freunde adressiert waren. Mit seinen Geschäftspartnern wollte Herr Blecha später in einem Gasthaus feiern, wo er ein Mittagessen geplant hatte.
Nachdem Pola die ersten Tanten und Onkel begrüßt hatte, fiel ihr eine elegant gekleidete Dame auf. Zu Polas Entsetzen handelte es sich um Frau Valkova, in deren Wohnung sie gestern Darina den Hintern versohlt hatte. Die Frau lächelte, als sie Pola die Hand reichte.
„Machen Sie sich wegen unseres Geheimnisses keine Sorgen. Ich werde meinem Großcousin bestimmt nichts davon erzählen.“
Nun wusste Pola, mit wem sie es zu tun hatte. Tereza Valkova hatte sie das letzte Mal bei ihrer Firmung getroffen. Das war auch das letzte Mal, als Pola eine Kirche von innen gesehen hatte.
„Hast du mich gestern erkannt, Tante Tereza?“
Frau Valkova lachte.
„Selbstverständlich, Pola. Du warst damals gerade mal 15 Jahre alt und hast mich seither nie mehr zu Gesicht bekommen. Ich hingegen kenne deine verschlungenen Pfade. Du bist mir ähnlicher, als es deinem Vater lieb sein dürfte. Du solltest dennoch etwas vorsichtiger sein. Deine Ausflüge in die Winkelgasse könnten dich einmal mehr kosten als ein paar Striemen auf deinem Hintern!“
Pola kann nicht genug kriegen
Prager Winkelhuren
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Pola kann nicht genug kriegen
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