Diese versetzte ihr einen gar nicht so zarten Klaps auf die Kehrseite.
„Wir sehen uns morgen Abend punkt 20 Uhr. Sei pünktlich!“
In Pola regte sich Widerspruch, aber sie verkniff sich jede Bemerkung. Ihr kam der Rohrstock in den Sinn, den Tereza ihr gestern in die Hand gedrückt hatte. Da war er Darina zugedacht gewesen. Polas Verunsicherung nahm ungeahnte Ausmaße an. Sie erwiderte Terezas Küsschen und versprach, dass sie pünktlich zur Stelle sein würde.
„Braves Mädchen!“, lautete die knappe Antwort, die gleichzeitig Terezas Verabschiedung war.
Pola blickte der Droschke ratlos hinterher, in die Teresa gerade eingestiegen war. Sie musste an Josef denken. Was würde er sagen, wenn sie beim nächsten Training mit roten Pobacken auftauchte? Er wollte sie doch nach der Stunde so gern übers Knie legen, wie es inzwischen Brauch zwischen ihnen war.
„Auweia, Pola, da hast du dich wieder schön in die Bredouille gebracht!“
Ihr Vater fragte, ob alles in Ordnung sei. Anscheinend hatte er ihren Monolog bemerkt.
„Alles in Ordnung, Papa. Ich habe nur gerade festgestellt, dass ich morgen die Ballettstunde absagen muss. Tante Teresa hat mich doch zu sich eingeladen.“
Herr Blecha lächelte.
„Das freut mich, wenn ihr euch gut versteht. Tereza ist eine patente Frau, von der du einiges fürs Leben lernen kannst.“
Pola befürchtete dasselbe. Sie war gespannt, was sie am kommenden Tag erwartete. Bald sollte sie es erfahren.
Sie klopfte überpünktlich an Tante Terezas Tür. Pola wollte es nicht darauf ankommen lassen, ihre Tante durch eine Verspätung eventuell verstimmen zu können. Dazu imponierte ihr die natürlich anmutende Dominanz der Dame viel zu sehr. Als Tereza sie hereinbat, stockte Pola der Atem. Die Tante trug ein schwarzes, bis zu den Knöcheln reichendes Kleid, das ihren ebenfalls schwarzen Stiefeln einen grandiosen Auftritt bescherte.
Pola kann nicht genug kriegen
Prager Winkelhuren
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