Nach einer knappen Stunde sahen sie die ersten Tannenwipfel des nördlichen Schwarzwalds. Das kleine Dorf wirkte malerisch, als wäre die Zeit vor hundert Jahren stehengeblieben. Das typische Schwarzwaldhaus hätte als Kulisse für einen Märchenfilm getaugt. Ina gefiel es total. Die Räume waren klein und die Decken so niedrig, dass Paul mehrfach den Kopf einziehen musste. Nachdem sie ihre Sachen verstaut und sich etwas frischgemacht hatten, meldete sich ihr Magen. Paul war hungrig und auch Ina wollte gern eine Kleinigkeit essen. Sie fanden ein uriges Gasthaus, das recht einladend aussah. Die Küche konnte man als gutbürgerlich bezeichnen, was Paul besonders erfreute. Er bestellte sich ein Schnitzel, zu dem eine riesige Portion Kartoffelsalat serviert wurde. Ina amüsierte sich über Pauls Appetit. Sie beließ es bei einer Käseplatte und Holzofenbrot. Nach dem Essen gönnten sie sich eine Flasche Wein, die für die nötige Bettschwere sorgte. Beide waren hundemüde, als sie sich auf den Heimweg machten. Ina umarmte Paul, bevor sie sich in das frisch bezogene Bett legten. Ina las noch ein bisschen. Keine halbe Stunde später war sie eingeschlafen. Paul nahm ihr das Buch aus der Hand. Ina schlief tief und fest. Er küsste sie zart auf die Stirn, ehe er das Licht löschte.
Am nächsten Morgen gab es ein Frühstück auf der Terrasse. Inas Laune war blendend. Sie freute sich auf den kleinen Ausflug mit Paul. Er hatte ihr von einem kleinen See erzählt, der mitten im Wald lag.
Der Weg dorthin war nicht sehr beschwerlich, dauerte zu Fuß eine halbe Stunde. Ina hatte ein luftiges Sommerkleid angezogen, das ihr eine mädchenhafte Anmutung gab. Paul fand es wunderschön, bestand aber auf festes Schuhwerk. Ina lachte, weil er fast väterlich wirkte. Sie schlüpfte in ihre weißen Sportschuhe, die sie sich neulich gekauft hatte. Ina joggte ab und zu und die Sneakers waren die perfekten Laufschuhe.
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