Paul schnallte sich einen kleinen Rucksack auf den Rücken, in den er Getränke und etwas Proviant packte. Dann marschierten sie los, wobei Paul den Scout gab.
Nach einer guten halben Stunde saßen sie schon am See. Sie waren völlig alleine. Ina streckte die Füße ins Wasser, genoss die willkommene Abkühlung. Sie sah Paul an, der verträumt in die Ferne blickte. Ina dachte an ihr Erlebnis mit Rebekka. War jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, es Paul zu erzählen? Die junge Lehrerin wollte keine Geheimnisse vor ihm haben. Diese Episode belastete sie doch mehr, als anfangs gedacht. Ina musste sich überwinden. Sie wusste ja nicht, wie er reagieren würde. Sie legte ihren Arm um Paul, gestand, was bei der Klassenfahrt auf dem Hochsitz geschah.
„Du, ich muss dir etwas beichten. Auf der Studienfahrt gab es etwas, das ich dir bisher verschwiegen habe. Ich war durcheinander, wegen deiner Erziehungsmethoden. Ich sprach mit den Mädchen darüber, zuletzt mit Rebekka. Sie verteidigte dich, wie die anderen Schülerinnen auch. Dann traf ich sie tags darauf am Pool. Das war nach Julias Povoll, bei dem ich ja netterweise zuschauen durfte.
Rebekka sprach mich darauf an. Sie wusste davon, wie du dir denken kannst. Irgendwie schien sie zu spüren, dass es mich bewegt hat. Sie sagte, dass sie mal wieder was hintendrauf braucht. Oh Paul, ich ging darauf ein. Auf einem Jägerhochsitz legte ich sie übers Knie. Ich hab einen Fehler gemacht, das ist mir völlig bewusst! Rebekka verhielt sich aber vorbildlich. Sie behält das alles bei sich. Bist du böse auf mich? Ich will nicht, dass diese Sache irgendwie zwischen uns steht. Paul, ich liebe dich doch so…“
Paul lächelte Ina aufmunternd an. Er spürte keinerlei Wut, sah diese Geschichte ziemlich entspannt.
Ihm kam aber auch ein erregender Gedanke, den er nicht mehr loswurde. Paul nahm ihre Hand.
„Mach dir keine Sorgen deswegen! Ich find es gut, dass du es mir gesagt hast.
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