Prager Winkelhuren

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Prager Winkelhuren

Prager Winkelhuren

Andreas

Außerdem trafen wir sie in der Winkelgasse, also im Sperrbezirk an, was darauf hindeutet, dass wir es hier mit sogenannten “Winkelhuren“ zu tun haben!“ Jiri zuckte entschuldigend mit den Schultern. Er hätte die Frauen nicht mitgenommen, aber der Kriminalrat bestand darauf und er besaß einen höheren Rang. „Warten wir lieber, bis der Oberinspektor eintrifft.“, empfahl Miroslav dem jungen Agenten. Martin Svoboda war ein Mann in seinen Fünfzigern. Er hatte genug erlebt, um nicht wegen jeder Kleinigkeit einen Papierkrieg anzuzetteln. Außerdem hatte er ein Herz für die jungen Frauen, die sich auf der Straße ihr Geld verdienen mussten. Was nicht bedeutete, dass er die Huren ungeschoren davonkommen ließ. Darina und Valenta hofften dennoch auf sein Eintreffen. Der Oberinspektor würde vielleicht ein Auge zudrücken, wenn sie ein bisschen nett zu ihm waren. Jola lutschte nervös an ihrem Daumen, wodurch sie ihre naive, mädchenhafte Aura unterstrich. Während der Kriminalagent dem dicken Miroslav  mit wichtiger Miene sein Protokoll diktierte, betrat Martin Svoboda das Polizeirevier. Er erkannte die Situation mit einem Blick. „Darina und Valenta. Was macht ihr denn schon wieder hier? Ich habe euch doch erst vor vier Wochen gesagt, dass ich euch nicht mehr auf meinem Polizeiposten sehen möchte!“ Valenta zeigte auf Bojan, den jungen Agenten. „Der hat gemeint, dass er uns aufs Revier mitnehmen muss. Dabei haben wir gar nichts gemacht.“ Bojan verteidigte sich sofort. „Sie haben keine ordentlichen Papiere. Deshalb war es meine Pflicht, die drei Frauen in Gewahrsam zu nehmen. Sie müssen verhört werden.“ Der Inspektor sah ihn scharf an. „Sagen sie mir bitte nicht, was ich zu tun habe!“ Dann wandte er sich an Valenta. „Zeig mir deine Papiere.“ Er studierte dem Ausweis, den alle Huren bei sich tragen mussten.

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