Prager Winkelhuren

8 9-15 Minuten 0 Kommentare
Prager Winkelhuren

Prager Winkelhuren

Andreas

Sie beugte sich ängstlich über die Bank, als plötzlich die Tür des Polizeireviers aufgerissen wurde. Martin drehte sich um. Er sah einen vielleicht 55 Jahre alten Mann in guter Kleidung, der mit großen Augen das Geschehen wahrnahm. „Was macht meine Tochter hier und wieso liegt sie halbnackt auf dieser Bank?“ Martin Svoboda drückte Jiri den Rohrstock in die Hand. „Darf ich fragen, mit wem ich die Ehre habe?“, antwortete er mit einer Gegenfrage, „Sie reden mit Karel Blecha. Mir gehört die Tuchfabrik in Kalin, die ihnen sicher bekannt sein dürfte. Ich wollte meine Tochter Pola vom Ballettunterricht abholen. Sie war nicht an der vereinbarten Stelle, weswegen ich bei der Polizei nachfragen wollte.“ Er blickte erneut auf die Prügelbank. „Erklären sie mir bitte, warum Pola auf dieser Bank liegt?“ Martin wurde ganz anders. Karel Blecha war ein geachteter Unternehmer und Bürger der Stadt. Er wies Jiri an, dass er Pola ihre Kleider bringen sollte, um dann die Frage des Vaters zu beantworten. „Es handelt sich um eine Verwechslung. Einer meiner Leute hat ihre Tochter fälschlicherweise mit aufs Revier genommen, als er zwei stadtbekannte Dirnen bei ihrer Arbeit erwischt hatte. Das tut mir natürlich sehr leid, Herr Blecha!“ Der Angesprochene schien verwirrt zu sein. „Was soll das heißen? Dass Pola sich in diesem Viertel aufhielt…in der Winkelgasse? Ich habe ihr untersagt, diesen Weg zu nehmen. Diese Gasse liegt in der Nähe der Ballettschule, in der Pola dreimal in der Woche Unterricht hat.“ Pola war dabei ihr Höschen anzuziehen, als ihr Vater neben ihr auftauchte. „Was hast du in der Winkelgasse verloren, Pola?“ Die junge Dame stotterte. „Ich…ich…wollte mir nur die Beine vertreten, bis du mich abholen kommst. Da…da…hat mich dieser Kriminalagent einfach mitgenommen.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 582

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben