Unsere Hände, längst schweißnass geworden, konnten sich nicht loslassen, selbst, wenn sie es gewollt hätten. Und gesagt hatten wir die letzten zwanzig Minuten auch nichts mehr. Dass ich mit ihm an diesem wunderschönen Strand stand, die Sonne am Horizont, vom Wind gebogene Palmen auf der anderen Seite … all das kam mir wie ein Traum vor, aus dem ich bitte niemals wieder erwachen durfte. Bastian blieb stehen. Ich hatte beim Gehen vor mir in den weißen Sand gesehen und ging weiter, bis unsere Arme stramm gespannt waren. Ich sah in verliebt an, denn anders konnte ich sowieso nicht gucken.
„Was?“, fragte ich, weil ich mir nicht erklären konnte, warum er stehengeblieben war. Nichts um uns herum gab Anlass dazu.
Er kam die zwei Schritte auf mich zu, ohne die feste Verbindung unserer Hände zu lösen. Dann legte er seine freie Hand um meinen Nacken, ganz langsam und leicht wie eine Feder, kam mit seinem Mund auf mich zu, zögerte kurz und als er sah, dass sich meine Lippen ein klein wenig öffneten, küsste er mich. Zuerst ganz vorsichtig, meine Reaktion abwartend, dann fordernder, fester. Seine Zungenspitze spielte mit meinen Lippen.
Unsere Hände trennten sich, nur um eine neue Aufgabe zu übernehmen. Ihnen war bestimmt, sich um unsere Hüften zu legen und unsere Körper aneinander zu ziehen.
„Ich liebe dich, du verrücktes Huhn.“, hauchte er mir in meinen Mund. Sein warmer Atem trocknete meine Zunge, die nun unruhig nach seiner suchte. Sein Rückzug hatte eine Leere hinterlassen, die ich sofort wieder zu füllen versuchte. Natürlich wollte ich ihm damit auch zeigen, dass es mir genauso ging.
„Ich dich mehr.“, flüsterte ich zurück. Mehr ging nicht, weil mein Mund mit seinen Lippen verschlossen wurde, die so unendlich weiß und sanft waren. Geradezu liebevoll küsste er mich, während seine Hände auf meinen Beckenknochen lagen. Anders als alle anderen Männer vor ihm, ließ er die Augen beim Küssen offen.
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