„Die anderen mögen dir ja egal gewesen sein, Mittel zum Zweck sozusagen. Aber warum ich, Anni, warum hast du alle deine schlechten Erfahrungen an mir ausgelassen?“
„Das kann ich dir nicht erklären, ich weiß es nicht. Aber als du weg warst, erkannte ich nicht nur die riesen Dummheit, sondern auch klar, wie sehr ich dich in Wirklichkeit liebe. Bitte Basti, gib uns nicht auf. Ich weiß, es ist nicht einfach für dich und du hast alles Recht der Welt, auf mich sauer zu sein und mich zum Teufel zu jagen.“
„Darüber muss ich nachdenken. Das du hier bist, ist eine völlig neue Lage, damit hätte ich nie gerechnet. In einem halben Jahr wäre genug Gras über die Sache gewachsen und unsere letzten Monaten vergessen gewesen. Und nun sitzt du vor mir im Sand, verdrehst mir wieder den Kopf, so dass ich im Sand spiele wie ein blöder Bengel und wünscht dir eine Entscheidung, die selbst einen Erwachsenen überfordert. Gib mir etwas Zeit, ok?“
„Alle Zeit der Welt. Aber sag mal: jetzt ist es fast dunkel, wo soll ich denn schlafen.?“
„Du kannst bei uns schlafen. Es gibt ein kleines Zimmer, dass wir als Abstellraum nutzen. Es steht ein Bett drin. Bestimmt kein Fünf-Sterne-Service, aber für die Nacht sollte es reichen. Ich habe voll Kohldampf, wie ist es bei dir Schönheit?“ „Hunger habe ich auch. Übrigens hat mir unser Gespräch gut getan. Endlich konnte ich loswerden, was mir auf der Seele brannte.“
„Ich weiß, was du meinst. Ging mir ähnlich, als ich den Brief schrieb. Und jetzt auch.“ Basti stand auf und zog mich hoch. Dicht kam ich vor ihm zu stehen und sofort umfasste seine Hand meine Hüfte.
„Ich liebe dich wirklich Bastian, das musst du mir …“, brachte ich gerade noch raus, bevor er mich küsste, erst auf den Mund, dann auf die Stirn. Es mag albern sein, aber der Kuss auf die Stirn bedeutete mir fast noch mehr, als der auf den Mund. In meiner Wertevorstellung küsst man nur jemanden auf die Stirn, der einem viel bedeutet und so kam es mir auch vor. Auf dem Rückweg legte ich meinen Kopf auf seine Schulter und er strich mir erst über die Wange und dann durch meine Haare, die mir von dem aufgekommenen Wind ins Gesicht geweht waren.
Private Eyes - Kapitel 3
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Private Eyes - Kapitel 3
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