Private Eyes - Kapitel 3

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Private Eyes - Kapitel 3

Private Eyes - Kapitel 3

Gero Hard

Nämlich gar keinen mehr. Zwei Wochen hoffte ich auf eine Nachricht von Bastian. Betete darum, ihn nur für einen kurzen Augenblick an seinem Teleskop zu erwischen. Manchmal wartete ich im Hinterhof, immer in der Hoffnung, ihn mal beim Müll rausbringen abpassen zu können. Vermutlich kaufte er jetzt auch zu anderen Zeiten als früher ein, denn auch dort traf ich ihn nie wieder. Nichts dergleichen passierte, als hätte ihn die Erde verschlungen. Sogar sein WhatsApp Profilbild verschwand irgendwann. Und egal, wie oft ich auf die gegenüberliegende Fassade sah, die Fenster in Bastis Wohnung blieben abends immer öfter aus, bis sie irgendwann gar nicht mehr angingen.

****

Die Regelschmerzen raubten mir den Verstand, heftige Unterleibsschmerzen, Krämpfen nicht unähnlich. Ich beschloss mich beim Abteilungsleiter mit gesundheitlichen Problemen abzumelden und mittags nach Hause zu gehen.
Schon von Weitem sah ich den Möbelwagen, der vor unserem Gebäudekomplex stand. Die Firma, zu der er gehörte, kannte ich nicht, die Möbel, die sie schleppten, sehr wohl. Panik erfasste mich, sogar die scheiß Periode vergaß ich, der reißende Schmerz in meiner Gebärmutter wie weggeblasen.

„Hallo, t’schuligung. Das sind doch die Möbel von Herrn Arndt. Was ist mit ihm, wo ist er hin?“
„Dett wes ick nich, jute Frau. Ick schuffte hier nur. Schon schlimm jenuch, dat wir dett hier nur zu zweht wuchten müssen, versteh’n se?“, versuchte der leicht untersetzte, ältere Herr mit Latzhose seinen Unmut mit Berliner Akzent zum Ausdruck zu bringen.
„Und wissen Sie zufällig, wen ich nach Herrn Arndt fragen könnte?“, gab ich die Hoffnung nicht auf.
„Ne, dett och nich. Is mir och Latte Püppchen.“, winkte er ab und verschwand wieder im Hausflur, aus dem er wenige Momente vorher gekommen war.
Ich stellte mich, wie bestellt und nicht abgeholt, an die Hauswand, kramte in meiner Arbeitstasche nach meinem Handy, und suchte nach Bastians Kontakt.

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