Und genau das beruhigte ihn und ließ ihn sich auf dieses Feuerwerk einlassen. Da war er schon ein wenig gierig, doch er redete sich ein, Heidi ja nichts wegzunehmen. Überhaupt war er sich sicher, dass hier sehr schnell wieder Ruhe einkehren würde, sobald Livia das Interesse an ihm verlor. Die sah in sicherlich als alten Sack, der, ehelich klassisch untervögelt, keinen Elan hatte, sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Nie, nie würde ihr in den Sinn kommen, sich öffentlich zu ihm zu
bekennen oder gar eine Beziehung anzustreben. Derart beruhigt beschloss er, dass für ein schlechtes Gewissen kein Anlass bestand. Wie immer, wenn alles darauf hinweist, dass alles klar ist, kann es durchaus Überraschungen geben.
*
Heidi fand das gar nicht so schlecht, dass Wilfrieds neue Vorgesetzte ihn ermuntert hatte, an einer Fortbildung teilzunehmen. Sie sah darin einen Hinweis, dass es vielleicht doch noch ein Fortkommen geben könnte, und etwas mehr Geld wäre bei zwei Kindern im Studium immer willkommen. Wilfried erzählte Heidi nicht, dass auch Livia diese Schulung durchlaufen würde, und so wurde er von zu Hause herzlich verabschiedet und fast ein wenig bedauert, nun acht Stunden an fünf Tagen die Schulbank drücken zu müssen. Das war tatsächlich eine Zumutung, doch schon die Anreise wurde ihm versüßt durch Livias Bekenntnis, es noch nie im Wald getrieben zu haben. So steuerten sie für die nächste Pinkelpause keine Raststätte an, sondern fuhren ab von der Autobahn und suchten sich ein sicheres Plätzchen in einem Buchenwäldchen. Livia stakste in ihren obligatorischen hohen Schuhen über die Lichtung, zog ihr tiefrotes, ärmelloses, enganliegendes Sommerkleid hoch und machte ihr Hockerchen. Sie erleichterte sich schmunzelnd, wohingegen Wilfried solches schon durch eine harte Erektion verwehrt war, was sie mit breitem Grinsen zur Kenntnis nahm.
Projektgruppe WbL
Geschichten vom Anfang der Leidenschaft
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