Von seiner Kundin war nichts zu sehen. Nur ein Laptop stand auf der Kücheninsel, davor standen zwei Barhocker. Ein Cocktailglas in klassischem Martini-Design stand auch noch auf der Kücheninsel. Sonst nichts.
Vorsichtig machte Mats ein paar Schritte in den Raum. „Einen Augenblick, ich bin gleich bei Ihnen!“, hörte er eine Frau rufen. Dann ging auch schon eine Zimmertür auf und eine ungemein elegante Blondine Ende 30 kam freundlich lächelnd aus einem Raum. Seltsamerweise versperrte sie das Zimmer, indem sie an der Tür einen mehrstelligen Code in einen Ziffernblock eingab. Mats wunderte sich immer, wie Frauen mit langen Fingernägeln Tastaturen aller Art so geschickt bedienen konnten. Für einen Bruchteil einer Sekunde überlegte er, wie es wohl aussah, wenn sich diese Finger mit diesen braunrot lackierten Nägeln um seinen erigierten Schwanz legen würden – doch er verdrängte diesen Gedanken sofort wieder.
Die Blondine kam schon auf ihn zu. Sie trug einen engen, weißen Bleistiftrock und Strümpfe. Gürtel und Pumps passten zu den Fingernägeln. Schlichtes Träger-Top. Der Blazer hing über der Rückenlehne des Barhockers. Die Lady hatte einen energischen Schritt. „Verdammt, dieses Top ist aber hauteng!“, schoss es Mats durch den Kopf. Und gut gefüllt war es auch. Der Anblick dieser Frau ließ den Ärger über einen Termin zu dieser Uhrzeit ein wenig verfliegen.
Was waren das für Leute, die in Designerklamotten und cocktailtrinkend Freitag abends im Homeoffice arbeiteten?
Die Frau streckte ihm ihre erstklassig manikürte Hand entgegen. Um das Handgelenk baumelte ein Armreifen, der außen seidig-matt schimmerte, innen aber aus Rotgold zu bestehen schien.
„Bridget Rosari. Danke, dass Sie es sich einrichten konnten!“, sagte die Frau mit einer wohlklingenden Stimme. „Aber natürlich, ist gar kein Problem!“, log Mats. Er hatte erheblichen Respekt vor dieser Frau.
Qualität aus Meisterhand
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