Sie war attraktiv und offensichtlich sehr wohlhabend und wenn sie um diese Tageszeit noch arbeiten musste, hatte sie zweifelsohne auch eine sehr wichtige Position inne. Mats überlegte, ob eine intelligente Frau von diesem Kaliber seine kleine Notlüge nicht sofort durchschauen würde.
Tat sie nicht, aber das konnte Mats nicht wissen. Und er konnte auch nicht wissen, dass er bei seiner neuen Kundin in den ersten Minuten einen sehr guten Eindruck hinterlassen hatte. Er hatte Respekt vor ihr und seine Blicke hatten verraten, dass er auch ein Auge für die Eleganz ihrer Penthouse-Wohnung hatte. In der Konversation war er zurückhaltend, aber nicht einsilbig. Und auch die körperlichen Attribute, die Mats zu bieten hatte, hatte Bridget wohlwollend zur Kenntnis genommen. Mats war muskulär, aber nicht auf diese fitnesscenter-mäßige Bobo-Art. Das waren Muskeln, die nicht nur im Fitnessraum, sondern auch durch harte körperliche Arbeit entstanden waren. Das sah rau und männlich aus und war ganz nach Bridgets Geschmack. Das schlichte, dunkelblaue Hemd und die legeren, hellen Baumwollhosen waren gut gewählt, dachte die Blondine.
„Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?“, fragte die Frau. Sie lächelte Mats auf eine Art an, die ihn verwirrte. Das war nicht irgendein Lächeln, da lag noch etwas anderes in diesem Strahlen. Kurz war Mats Aufmerksamkeit zu den Lippen der Frau gewandert. Gleiche Farbe wie die Fingernägel, voll, sinnlich. Wieder riss sich Mats am Riemen und besann sich der Aufgabe, deren wegen er jetzt hier war. Leider ging es bei dieser Aufgabe nicht um die Lippen dieser Frau, sondern um den Umbau ihrer Wohnung.
„Nein danke, bei der Arbeit nie!“, erklärte er.
„Sehr clever!“, pflichtete Bridget dem Mann bei. „Ich bin leider nicht so prinzipientreu wie Sie!“, fügte sie mit Blick auf das leere Cocktailglas, aber ohne den Anflug von schlechtem Gewissen hinzu.
Qualität aus Meisterhand
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