Tina schützte ein Rad vor Entdeckung, da sie schneller reagiert hatte. Der gutmütige Hausmeister überlegte fieberhaft. Sollte er das Mädel bei der Frau Doktor melden? Vermutlich war sie nicht alleine hier oben! Wenn sie sich nun mit einem jungen Mann getroffen hatte? Die Direktorin würde dafür sorgen, dass das arme Ding eine ganze Weile auf dem Bauch schlafen musste. Er sah noch einmal genau hin. Charlies Haarschopf verschwand gerade hinter einem der anderen Räder.
Es reichte ihm aus, um sie zu erkennen. Das war doch Charlotte, die er erst vor drei Monaten am Bahnhof abgeholt hatte. Der Hausmeister kratzte sich am Kopf, murmelte: „Da hab ich mich wohl getäuscht…“ So schnell wie er hinauf geklettert war, stieg er nun die Leiter hinab. Die Vier von der Tenne hatten enormes Glück gehabt, an einen solch verständnisvollen Menschen geraten zu sein.
„Die blöde Kuh hat mir richtig den Arsch vollgehauen!“ So drückte sich Käthe gegenüber ihren Mitschülerinnen aus, die sie neugierig nach ihrer Züchtigung fragten. Charlotte war unter ihnen. Sie gönnte Käthe die Abreibung, zumindest ein klein wenig. Sie war immer noch eifersüchtig, da Käthe nur noch Augen für Magda zu haben schien. Andererseits wusste sie genau, dass ihr Popo nur um Haaresbreite an einer Züchtigung vorbei gerutscht war. Hätte Charlie geahnt, dass sie der Hausmeister sogar erkannt hatte, wäre ihr diese Tatsache noch bewusster geworden. Die Mädchen standen unter einer Linde, die im Zentrum des Pausenhofs Schatten spendete. Käthe wandte sich an Charlotte: „Wir sollten reden, finde ich.“ Charlie ging mit ihr auf die Seite.
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