Die rasierte Braut

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Die rasierte Braut

Die rasierte Braut

Wulff Triebsch

Die junge Frau mit T-Shirt und Jeanshose bemerkte ich erst, als sie vor mir stand und mich anlächelte. „Sind Sie der Mann mit der Rasur?“, erkundigte sie sich. Ich stand auf und nickte.
„Ich heirate morgen in einem trägerlosen Kleid. Schauen Sie: Die Haare unter meinen Achseln.“ Sie hob einen Arm hoch und zeigte auf ein wildes Haarbüschel. „Können Sie da etwas machen?“
„Natürlich! Das lässt sich in zwei Arbeitsschritten erledigen.“
„Auch jetzt und sofort? Ich habe gleich meine letzte Anprobe für das Brautkleid.“
Ich nickte und führte sie in den Nebenraum unseres Bungalows, wo ich sie bat, sich auf einen Stuhl zu setzen.
„Und danach ist wirklich alles weg?“, wollte sie wissen.
„Ich habe mich gerade erst selbst rasiert. Hier, fühlen Sie mal!“ Ich ergriff ihre Hand und führte sie an meine Wange, über die sie mit ihren Fingerspitzen strich. „Ja, so wünsche ich es mir auch“, erklärte sie. - „Und sie duften anschließend unwiderstehlich“, fügte ich hinzu und beugte mich ganz nah zu ihr, bis ich ihre Nasenspitze an meiner Wange spürte. Sie atmete mehrfach mit geschlossenen Augen tief durch. „Ein betörender Duft. Was ist das?“, fragte sie fast flüsternd. „Erkläre ich Ihnen nachher“, antwortete ich und schaute sie prüfend an. „Sie müssen sich mehr ausziehen.“
Sie streifte ihr T-Shirt über den Kopf. - „Und auch Ihren BH, bitte“, forderte ich sie auf. Sie blickte mich unschlüssig an. „Warum das denn?“ wollte sie wissen. „Ich brauche Arbeitsfläche. Wenn ich den Rasierschaum auftrage, kann schon mal eine Flocke daneben fallen.“
Sie legte zögernd ihren BH ab und biss sich errötend auf die Unterlippe, als sie meinen Blick auf ihre kleinen flachen Brüste bemerkte. „Schauen Sie da nicht so hin. Ich schäme mich schon genug.“
Ich tauchte den weichen Marderpinsel in den Rasierschaum, seifte ihre Haarbüschel unter beiden Achseln in kräftigen Zügen ein, gab mir aber keine Mühe zu verhindern, dass kleine Schaumflocken immer wieder auf ihre Brüste fielen.

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