Rechtsanwälte küsst man doch

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Rechtsanwälte küsst man doch

Rechtsanwälte küsst man doch

Lovis Wünsche

Einen Moment war es still.
Nachdem er sich vergewissert hatte, dass der Schatten vor seiner Türe verschwunden war und seine Privatsekretärin sich wieder anderen Aufgaben zuwandte, konnte er endlich reden: „Judith, es tut mir leid, doch würde sie etwas mitbekommen, wüssten es bald alle hier in der Kanzlei und dir würde vorgeworfen, dich nur hoch zu schlafen.“
Er hatte natürlich Recht, darüber hatte sie gar nicht nachgedacht. Wie gut das er so umsichtig war, sie musste sich also keine Sorgen machen, dass er es nicht ehrlich mit ihr gemeint hätte.
Er kniete sich direkt vor sie auf den Boden. „ Ich habe mich noch nie so sehr auf einen Montag gefreut. Das ganze Wochenende musste ich an dich denken.“
Glücklich sie wieder bei sich zu haben, legt er seinen Kopf in ihren Schoss. Unbeschreiblich glücklich war sie in diesem Augenblick, legte ihre Hand auf seine Wange und streichelte ihn.
Ein paar Minuten verbrachten sie so, in Gedanken versunken und die Nähe des Anderen genießend. Dann schaute er ihr tief in die Augen: „Am Freitag…“ stammelte er ein wenig verlegen: „Du… ich, also, wie soll ich es sagen?“ Wie um seine Gedanken zu sortieren, blickte er kurz auf den Boden um sie dann wieder anzusehen. „Ich habe mich in dich verliebt!“
Ihr Herz machte einen Sprung. Dennoch war sie skeptisch. Sie hatte schon so viele schlechte Erfahrungen gemacht. Männer die sie im Bett haben wollten, aber wenn es darum ging mit ihr essen oder ins Kino zu gehen hieß es immer nur: Was sollen denn meine Freunde denken, wenn sie mich mit dir sehen?
Er sah den Anflug ihres Zweifels: „Judith, Liebste, bitte glaube mir! Du hast mich verzaubert. Dieser eine Kuss, du hast ihn erwidert! Ich weiß du empfindest auch etwas für mich!“
„Ja“ hauchte sie und küsste ihn. Ein langer, inniger Kuss. Ganz vorsichtig wanderten seine Hände in ihren Nacken, streichelten ihn und drücken sie noch ein wenig fester an seine Lippen. Sanft aber bestimmt drückte sie ihn zurück und schaute ihn zärtlich an. „Geh nicht wieder so schnell.“ Bat er. Sie wollte nicht gehen, sie wollte ihn nur ansehen. Ihrem Glück in die Augen schauen um ihn dann aufs Neue zu küssen. Sie küssten immer inniger, wilder. Seine Hände gingen über dem Stoff ihrer Bluse auf Wanderschaft, strichen über ihre, vom Verlangen aufgebäumten, Brüste. Für diese kurze Zeit vergaßen sie alles um sich herum und gaben sich ihrer Begierde hin.
„ Wir müssen vernünftig sein!“ sagte sie, „wenn ich zu lange bei dir bin, fällt das auf.“
„Mach heute wieder Überstunden!“ verwundert und fragend sah sie ihn an.
„ Ich werde pünktlich Feierabend machen, aber wenn alle gegangen sind werde ich wieder zu dir kommen“
„In Ordnung:“ sagte sie, nahm ihren Block und ging
Sie hatte die Tür schon geöffnet: „Eins noch!“ rief er „du… Sie sind für die Neustrukturierung des Archivs verantwortlich. Ich übertrage ihnen die Aufgabe, sie können schalten und walten wie sie es für richtig halten und wenn sie etwas brauchen geben sie mir bitte bescheid.“

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