In eine Decke gekuschelt sprachen sie noch lange, tranken Wein, hörten schweigend der Musik zu und wollten nicht müde werden, als dürfe diese Nacht niemals enden, bis das Verlangen sich nochmals regte und eine weitere Vereinigung, Haut auf Haut, ohne kunstvolle Choreographie, doch unter zahllosen Küssen forderte. Schon im Halbschlaf zogen sie irgendwann um in ihr Schlafzimmer.
Die Sonne weckte ihn. Das war zu spät! Er schreckte hoch, die Uhr bestätigte es. Er hatte noch dreißig Minuten bis zu seinem dienstlichen Termin, den er nun unrasiert und nur mit Katzenwäsche würde absolvieren müssen. Sie lachte ihn nur aus, rief in der Arbeit an, sie müsste vormittags Überstunden nehmen und legte sich wieder ins Bett. Spät nachmittags trafen sie sich wieder und verabredeten sich für den Abend.
Von nun an verbrachten sie fast jede freie Minute miteinander, unternahmen viel zusammen, liebten sich endlos und oftmals, so als hätten sie so viel Versäumtes nachzuholen. Schnell erkannte er, wo ihre Tabugrenzen lagen, wo er seine äußerst unbefangene Art zügeln musste. Wie er schon beim ersten intimen Zusammensein begriffen hatte, mochte sie ihren eigenen Geschmack nicht und hatte er sie mit Zunge und Lippen verwöhnt, was sie liebte, durfte er sie nicht mehr auf den Mund küssen. Orale Verwöhnungen bei ihm waren seltene, nur kurze Pflichtübungen, die er selbst daher nie erbat.
Sie war nicht sehr neugierig und seine Neugier war eher bedrohlich. So blieb die Tür zum Badezimmer stets verschlossen, nachdem er meine voyeuristischen Begierden andeutungsweise bekannt hatte, und sie blieben ungestillt. Sie hatte allerdings keinerlei Scham, sich ihm kniend darzubieten mit intimsten Einblicken, so lange sie sicher gehen konnte, dass er seine Zunge im wahrsten Sinne des Wortes im Zaum hielt. Mußte er sie vorzeitig verlassen, war es ihr erkennbar unangenehm, wenn er auf ihrem Bauch, über ihren Brüsten kam.
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