Reiner K., der Achselfetischist

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Reiner K., der Achselfetischist

Reiner K., der Achselfetischist

Anita Isiris

Besonders aber erregten ihn ihre Achselhaare. Natürlich waren sie schwarz – die Frauen auf den Malediven konnten sich nicht vorstellen, dass Rasur bei europäischen und amerikanischen Frauen jährlich ein Sommerthema war. Malas Achselhaare wirkten aber derart intim, dass Robertos schweres Glied sich jedes Mal versteifte, wenn sie sich aufrichtete und einen Tonkrug auf ihren Kopf setzte.

In seiner Hütte lagen bereits Dutzende von Skizzen mit Malas Portrait, die er an den sonnenreichen Nachmittagen anfertigte. Den Morgen verbrachte er meist lesend in seiner Hängematte; oft schloss er die Augen und dachte nach – über die Farbe menschlicher Haut, über Malas Achselhaare und über die ihm vorenthaltenen Liebestechniken der Atollbewohnerinnen. Dann erhob er sich von seinem bequemen Lager, nahm sich eine Skizze vor und ergänzte Malas Portrait mit einem wundervollen Körper, den er auf sie projizierte. Er liess seiner Fantasie freien Lauf, betonte mal ihre Hüften, dann widmete er sich für längere Zeit dem Bauchnabel oder der Textur ihrer Brustwarzen. Würde er sie je in Natura zu sehen bekommen? Bisher kannte er ja nur ihr Antlitz, ihren langen Hals, die zartgliedrigen Hände und... ihr Achselhaar.


Dann fuhr Roberto aus seinen Tagträumen hoch. Noch immer schmiegte sich Mala an ihn, es herrschte eine leichte Brise. Da kam mit federndem Schritt Joe auf sie zu. Joe war Besitzer der kleinen Bar ausserhalb des Dorfes; Roberto hatte rasch mit ihm Freundschaft geschlossen. Stets wirkte er locker und fröhlich, und in seinem Mund blitzten zwei schneeweisse Zahnreihen. Als hätte Mala ihn eingeladen, setzte er sich an ihre freie Seite. Sie lächelte verlegen, was Roberto einen Stich ins Herz gab. Hatte er sich etwa verliebt in dieses unschuldige Maledivenmädchen?

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