Die Reise

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Die Reise

Die Reise

Yupag Chinasky

Sie wäre zwar noch gerne etwas länger bei den Kindern geblieben, aber da sie sich versichern konnte, dass es ihnen gut gehe und dass auch in der Schule alles gut lief und weil auch ihre Mutter gar nicht richtig krank sei, jedenfalls nicht lebensbedrohend, könne sie früher weg, als eigentlich geplant. Sie würde, sagte sie selbstbewusst in Anspielung auf die negativen Erfahrungen, von denen er ihr erzählt hatte, dafür sorgen, dass diese zwei Tage unvergesslich blieben und er tausend hervorragende Bilder machen könne.

Der folgende Tag war für ihn auch als Fotograf ein voller Erfolg. Die ganze Familie, einige Freunde, die halbe Nachbarschaft, alle drängten sich und wollten von dem „famous fotografer“ aufgenommen werden, nachdem Angela mit flammenden Worten auf sein Talent und die einmalige Gelegenheit „Starfotos“ zu erhalten, hingewiesen hatte. Bereitwillig ließen sie ihn in ihre Wohnungen, bereitwillig zogen sie ihre besten Kleider an, bereitwillig posierten sie nach seinen Wünschen und machten einfach alles, was er sie hieß. Während Angela sich um ihre Kinder kümmerte, sie durften an diesem Tag die Schule schwänzen, war er bis in den Abend hinein vollauf beschäftigt. Als er die Bilder auf sein Notebook übertrug und auf dem Monitor prüfte, war er mit dem Ergebnis äußerst zufrieden. Er hatte viele interessante Personen aufgenommen, viele ausdrucksstarke Gesichter eingefangen, Szenen voller Intimität und Aussagekraft festgehalten. Beflügelt durch diesen Erfolg und das erneut reichliche Abendessen, war die zweite Nacht viel entspannter, denn aus dem Galopp über die Savanne, war ein leichter Trab geworden, der beide nicht erschöpfte, sie aber dennoch zufriedenstellte. Eng aneinandergeschmiegt schliefen sie schon bald ein, ein junges, frisch verliebtes Paar, das nicht genug voneinander bekommen kann. Für den letzten Tag ihres Aufenthalts hatte er sich vorgenommen, die Gegend zu erkundigen.

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