Einen Besuch auf einem der Zimmer lehnte er seinerseits entschieden ab. Die beiden Männer lachten, als sie nach Haus fuhren und der Bruder erklärte, dass diese Hühner ganz schön blöd seien und er hätte mit ein paar Scheinen winken müssen, dann wären sie sicher bereit gewesen. Aber dazu war es an diesem Tag zu spät und als er, später als geplant, die Gelegenheit hatte, seine Tagesausbeute zu begutachten, war er mit den Ergebnissen auch ohne Bilder von den „Hühnern“ wieder sehr zufrieden. Allein schon aus diesem Grund hatte sich die Reise gelohnt.
Er kam nicht gleich dazu, die Bilder auf seinen Laptop zu übertragen, weil die Eltern seiner „Freundin“ keinen Aufwand gescheut hatten, ein rauschendes Fest vorzubereiten. Die ganze Familie war zugegen, die wichtigsten Freunde waren gekommen, und wie ihm schien, die halbe Nachbarschaft dazu. Es gab große Platten mit reichlich Gemüse und Fleisch, dazu Brot und Reis und bestes Bier aus Dosen. Eine Band aus drei verwegen aussehenden Typen spielte die neuesten Schlager, darunter einige Melodien, die er kannte, die aber seltsam verfremdet waren. Er und Angela waren unbestritten der Mittelpunkt der Feier. Sie mussten an der Spitze der Tafel sitzen, die im Hof aus diversen Böcken und Platten aufgebaut worden war. Er hatte gut gegessen, einige Bier getrunken, ein paar Mal mit Angela getanzt und fühlte sich ganz wohlig, als sie unvermittelt ankündigte, dass nun der Höhepunkt des Abends bevorstehe. Doch auf das, was sich nun ereignete, war er in keiner Weise vorbereitet. Sie erklärte ihm noch, dass ihnen beiden zur Ehre, weil sie gekommen waren und damit sie wieder gesund und sicher zurückkehren könnten, eine junge Ziege geschlachtet würde. Dann ging das Spektakel auch schon los. Unter dem Gejohle und dem Beifall der Anwesenden betrat ein alter Mann den Hof. Er war in einen blauen Kaftan gekleidet und trug einen komischen spitzen Hut.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.