Er tat es und sie reagierte genauso, wie er es befürchtet hatte, aber er ließ nicht locker und schließlich gestand sie ein paar erstaunliche Dinge. Sie bestätigte, was er schon vermutet hatte, dass es keine Abschiedsfeier war, sondern eine Art von Vermählung. Aber, so erklärte sie vehement, keine richtige Heirat, nur das Herstellen einer Abhängigkeit. Der Priester, es war also doch nicht nur ein Schlachter, habe auf ihre Bitte nur dafür gesorgt, dass sie auch in Zukunft genügend Geld für die Ausbildung ihrer Kinder verdienen und sich selbst den Lebensunterhalt sichern könne. Wenn er ihr das Geld, was ihr noch fehle, auf einmal geben würde, könne dieser Bann wieder gelöst werden. Er sei dann frei und sie auch. Sie habe ihm ja gesagt, dass sie nicht länger hier bleiben wolle, wenn die Ausbildung der Kinder gesichert sei. Wenn er also bereit wäre, ihr Geld zu geben, sie nannte eine recht beträchtliche Summe, würde sie dafür sorgen, dass auch er erlöst sei. Er hatte ihr ungläubig zugehört, von Verarschung und Erpressung geredet und sie gefragt, wer ihm denn garantieren könne, dass dem so sei. Sie sei dann weg und er müsste immer noch leiden. Darauf meinte sie nur kühl und schlich, er müsse ihr eben vertrauen und er solle in Ruhe über ihr Angebot nachdenken, über den Preis könne sie aber nicht verhandeln, das sei schon das Mindeste, was sie für ihre Kinder brauche. Da er nun einen Teil der Wahrheit kannte, wollte er noch mehr wissen und bedrängte sie mit zahlreichen Fragen. Sie war erst unwillig, aber dann gab sie nach.
Als er ihr von seinem Wunsch erzählt hatte, eines Tages eine kurze Fotoreise nach Afrika zu unternehmen, war ihr zum ersten Mal der Gedanke gekommen, seinen Wunsch für eine solche Reise zu ihrem eigenen Vorteil auszunützen. Ihre Mutter war keineswegs sterbenskrank gewesen, ein bisschen krank war sie immer, er habe ja selbst gemerkt, dass es nicht so schlimm um sie stand.
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