Rendezvous mit einer Schauspielerin

3 7-12 Minuten 0 Kommentare
Rendezvous mit einer Schauspielerin

Rendezvous mit einer Schauspielerin

Marcus Voluptas

Mit jedem Hammerschlag rückte der Feierabend ein Stück näher. Lars friemelte den letzten Nagel für die Schrankrückwand aus der Brusttasche seines Blaumanns. In Gedanken stemmte er im Fitnesscenter bereits Gewichte, an dem Freizeitort, wo er seit einigen Tagen die Aufmerksamkeit gut gebauter Frauen auf sich zu lenken suchte. Auf die sportlichen Aspekte der schweißtreibenden Schinderei in muffigen Räumen konnte er natürlich verzichten. Im Fitnesscenter hatte er sich aus dem gleichen Grund angemeldet wie die meisten anderen jungen Männer zum Tanzunterricht.
Lars konnte es kaum erwarten, heute Abend wieder in der Nähe dieser langbeinigen Blondine zu sein, die wie immer die Muskulatur ihrer wohlgeformten Brust trainieren würde, dass es ein Fest für die übermüdeten Augen war. Heute würde er mutig sein und sie ansprechen, aber sicher. Zufrieden mit seiner Arbeit rückte er den Kleiderschrank an die Schlafzimmerwand, packte das Werkzeug zusammen und wollte schon nach unten zu der Kundin gehen, als sich Schritte näherten. Die Absätze hockhackiger Schuhe klackten eilig über den Laminatboden ihm entgegen. Schon stand sie, ein Knie leicht nach vorn gebeugt und mit verschränkten Armen im
Schlafzimmer und musterte anerkennend den neuen Schrank, dann Lars. Attraktiv, sehr attraktiv ist sie, dachte er, wenn ich sie weiter ansehe, könnte ich Miss Fitness glatt eine Weile vergessen. Sie lächelte ihm freundlich zu.
"Gut haben Sie das gemacht. Klar, dass so ein mords Schrank nur von einem echten Schranktypen, wie Sie einer sind, so schnell aufgebaut werden kann."
Lars genoss ihr Lächeln, konnte sich jedoch nicht recht freuen über die Anspielung auf ein kräftiges männliches Kreuz, das er nun gerade nicht besaß. Aus zusammengekniffenen Augen beobachtete er die hochgewachsene und schlanke 40erin, die, unsicher auf Fersen und Fußballen hin und her schwankend, die Perlen ihrer Halskette nervös durch die schmalen Finger gleiten ließ. Hm, dachte Lars, sie ist eine Schauspielerin, wenn auch keine sehr gute, aber wegen der eindrucksvollen Schau, die sie hier abzieht, lasse ich mich gern mal bauchpinseln. "Vielen Dank," sagte er zurücklächelnd, "wissen Sie, kein Tag vergeht ohne Möbelmontage, aber dass ein Kunde einen dafür auch mal lobt, passiert nicht oft." Sie nickte verbindlich, hatte es plötzlich eilig, machte auf dem Absatz kehrt, dass ihr geschlitzter Rock hochflog und kurz den Anblick von zwei verführerischen Oberschenken freigab.
"Dann noch mal vielen Dank und kommen Sie gut heim. Ich muss leider was Dringendes erledigen und kann Sie darum nicht zur Haustür begleiten, aber Sie finden doch sicher den Weg allein, nicht?", rief Sie ihm über die Schulter zu, während sie hastig in Richtung Treppe davonstöckelte.
Ich hab auch was Dringendes zu erledigen, murmelte Lars vor sich hin, griff seinen Werkzeugkoffer und trat auf den Flur, an dessen Ende er die durch die Haustür der Maisonette-Wohnung nach draußen gelangen würde. Weil er einen Schraubenzieher vergessen hatte, stellte er den Koffer neben das Flurgeländer, machte kehrt und musste über sich selbst kichern, als er - zurück im Schlafzimmer - auf allen Vieren herumsuchend, randvoll angefüllt von Bildern von nackten Waden und Oberschenkeln, mühsam Orientierung suchte.
Als Lars zum Flur zurückgekehrt war, hielt er augenblicklich inne. Etwas hatte sich verändert. Von unten drang leise, schmiegsame Musik an sein Ohr. Er duckte sich unwillkürlich und ging in Beobachterhaltung. Durch den grobmaschigen Metalldraht des Geländers, das den Flur der ersten Etage vom drei Meter tiefer gelegenen Wohnzimmer trennte, erblickte er seine attraktive Kundin, die sich, gar nicht mehr nervös, lasziv über die Couchgarnitur ausgebreitet hatte. Den kurzen Rock hatte sie bis zu den Leisten hochgerafft, das linke Bein lag ausgestreckt auf der Couch. Mit der linken Hand streichelte sie sich sanft über ihren Schlüpfer, die rechte nestelte an den Knöpfen ihrer pfirsichfarbenen Seidenbluse herum. Lars ging, ja fiel unwillkürlich auf die Knie. Glücksgefühle durchrauschten sein Inneres. Zuschauen, ohne selbst gesehen zu werden, das war so ganz nach seinem Geschmack. Denn je länger er seine Augen auf die sich windende, leise seufzende, im Takt der sinnlichen Musik an sich herumreibende Gestalt dort unten heftete, desto sicherer war er sich, dass sie sich allein glaubte.
Diese wie hingegossene Schönheit onanierte sich offensichtlich die Nervosität aus dem bebenden Leib und gab eine Vorstellung nur für sich selbst. Doch er als Spanner konnte ungehemmt seine Lust am Zusehen genießen.

Ungehemmt? Als ungebetener Gast in einem fremden Haus? Mitten im reißenden Strudel seines schon ganz erhitzten Bewusstseins blitzte die Vorstellung von ihm selbst als einen Einbrecher auf, der mit der Verletzung des Eigentums fremder Leute auch diese selbst verletzte. Doch sein Stammhirn meldete brüsk, dass es für ihn jetzt Wichtigeres gab, als Überlegungen aus dem Spielverderber-Bereich des Großhirns nachzuhängen. Aus der Stereoanlage schmachtete Jane Birkin ´Je t´aime, oui, je t´aime´ in runden Melodiebögen zu ihm herauf. Vom Sonnenlicht des Spätnachmittags beschienen räkelte und wälzte sich seine Schöne, jetzt mit einer Mischung aus Stöhnen und Summen dem Melodienstrom ganz hingegeben. Nur drei Meter entfernt, direkt unterhalb des Geländers, an dem er kniete, reckte sie die Brüste unter der pfirsichfarbenen Bluse mit geschlossenen Augen ihm entgegen. Unter den
kräftigen, von innen gegen die Bluse bohrenden Nippeln zeichneten sich zwei feste Brüste ab, die sich machtvoll gegen die Bluse wölbten. Zwei Knöpfe waren bereits gelöst, und als die schlanken Finger den dritten in die Freiheit entlassen hatten, rutschte die Bluse weg, und sofort sprangen zwei wunderschöne, angriffslustige Halbkugeln heraus, die ihn aufzufordern schienen. Lars´ Finger glitten an den Hosenlatz, fuhren zielstrebig in diem Unterhose und spreizten den Unterhosenschlitz. Kaum, dass sein Penis aus der Blaumannhose herausgeragt war, begann er zu onanieren. Mit der Linken bewegte er die Vorhaut, als hätte er hier nie etwas anderes getan. Er vergaß alle Vorsicht. Dabei hätte sein Objekt der Begierde nur mal eben die Augen aufschlagen müssen, um ihn und seine volle Erektion mit einem Mal zu erblicken.
Was riskierte er da? Es war ihm egal. Er rieb und rieb an sich herum, dass die Reibelaute und das Stoffrascheln gerade noch eben von der Musik übertönt wurden. Lars beugte sich weiter vor, um mehr sehen zu können. Sie legte jetzt beide Hände auf die nackten Brüste und machte Kreisbewegungen. Dabei ließ sie ihre harten Nippel mehrmals zwischen Zeige- und Mittelfinger sich hindurchwühlen. Mit durchgebogenen Oberkörper stöhnte sie laut auf. Lars konnte gerade noch verhindern aufzuschreien. Alarmiert von seinem nahen Höhepunkt, riß seine Rechte ein Taschentuch aus der Hosentasche, das den ersten Schwall in letzter Sekunde auffangen konnte. Der zweite spritzte daneben. Sein Ejakulat fiel und fiel in wabernden Schlieren - auf die Brüste der ahnungslos ganz in sich Versunkenen. Hätte er sie doch um nur wenige Zentimeter verfehlt, aber nein: Das Sperma klatschte auf die rechte Brust und benetzte auch noch den Saum der Bluse.
Zwei Paar flammende Augen. Entsetzen und Erschrecken malte sich in den starren Blicken der beiden Onanisten. Sie war es, die als erste aus der Erstarrung fand. Den nackten Oberkörper immer noch ihm entgegengereckt stammelte sie rot vor Zorn: "Nein, das ist ja, Hilfe!...Sie?...Sie Schwein, Sie, also... Was fällt ihnen ein, Sie verkommener Hund!" Sie riß die Bluse über ihre Brust, kam blitzschnell auf die Füße und stampfte mit ihren hochhackigen Schuhen knallend auf den Boden. Aufrecht stehend, die Hände in die Hüften gestemmt, stand sie breitbeinig und keuchend im Raum. Mit aufgerissenen Augen zog sie ihre Bluse über die nasse Brust, und sie befahl leise und schneidend: "Sie kommen jetzt auf der Stelle herunter. Sie gehen ins Badezimmer und waschen sich ihren dreckigen Schwengel. Los. Sofort!"
Lars war noch immer wie von Sinnen. Mühsam ordnete sein wiederkehrendes Bewusstsein, was geschehen war. Er verstand nicht, doch er parierte. Er war unfähig zu denken, zu handeln. Sie bestimmte ja, was zu tun war. Folgsam wie ein braver Schuljunge torkelte er mit offenem Latz die Wendeltreppe herunter ins Wohnzimmer, folgte der herrischen Geste der Frau in Richtung des Badezimmers, wo er mechanisch und langsam seinen Penis über den Wachbeckenrand unter den Wasserhahn bewegte. "Wasserhahn an!", kommandierte es in seinem Rücken. Sie war jetzt knapp hinter ihn getreten und blieb mit leicht gespreizten Beinen stehen.
Was geschah da? Allmählich dämmerte Lars der Hergang der Dinge. Keine Anzeige, kein Geschrei `Vergewaltigung!´, keine Aufforderung, die Hosen zu schließen, nur kurzes Gezeter mit anschließendem Befehl, sich zu waschen! Das war ja direkt fürsorglich! Und dann erst: Sie stand halb entblößt hinter ihm und beobachtete ihn! Böses Gesicht, ja, aber welch eine Gier. Und Angst? Keine Spur. Und wie sie sich ihm darbot: Die Bluse hatte sie nicht zugeknöpft. Die eine Brust lag zur Gänze frei. Unter der Blusenseide, die
spermaverklebt an der anderen Brust haftete, breitete sich ein dunkler Fleck aus. Und dann --, Lars schaute angestrengt in den Spiegel über dem Waschbecken, in das munter warmes Wasser sprudelte. Das war ja nicht zu glauben. Da schwamm sie noch immer, seine unbedacht abgeschossene Ladung, obenauf auf der freien Brust!. So fest und stramm stand die Titte vor, dass sich auf ihr ein kleiner Spermasee gebildet hatte, aus dem jetzt langsam - übrigens völlig ungehindert - Rinnsale nach beiden Seiten abwärts flossen.
Wer, dachte Lars erleichtert, hatte hier den peinlicheren Auftritt, er oder sie? Und nahm sie ihm überhaupt etwas übel - ernsthaft übel? Als wollte sie seinen Verdacht bestätigen, begann sie auf einmal zu schimpfen: "Da kauern sie blöde vor dem Waschbecken und spülen sich ihre ärmlichen Pubertätsträume aus dem Schwanz," fauchte sie, eine Spur zu theatralisch, wie er fand. "Aber wissen Sie was, wichsen können Sie vor ihren Sexheften, hier, hier aber, da reißen Sie sich gefälligst zusammen, ja?!" Dieses Ja hatte fast etwas Flehendes. "Und denken Sie bloß nicht, ich lasse Sie ungeschoren davonkommen, Sie Wichser! Ich zeige Sie an wegen, oh ja, wegen
Exhibitionismus." Sein Kopf ruckte, er starrte in den Spiegel. "Ich möchte mich in aller Form bei Ihnen entschuldigen," begann er, doch sie fuhr ihm dazwischen: "Kein Wort. Und Kopf runter, Glotzen Sie auf Ihren Schwengel, Sie," schrie sie abrupt, eine Hand unwillkürlich auf die nasse Bluse gepresst. Er konnte noch erkennen, wie sich weißliche Schlieren auf ihren Fingern abzeichneten, bevor er gehorsam den Kopf senkte, in dem es wieder zu pumpen und strudeln begonnen hatte. "Die Bluse!" Sie drückte auf ihre
Stimme. "Die Bluse werden Sie mir bezahlen. Oh ja, das werden Sie. Folgen Sie mir. Los!" War es Einbildung, als seine Augen gewahr wurden, wie sie bei den letzten Worten kleine kreisende Bewegungen mit dem Zeigfinger auf ihrer im Sonnenlicht nassglänzenden Titte vollführte?
Leicht gebückt und musterschülerhaft folgte er ihr ins Wohnzimmer. Er hätte am liebsten laut aufgelacht. Das mit der Anzeige war schon schlimm, aber konnte es ernst gemeint sein bei all dem stimulierenden, ihm das Blut in die Sperrarterien zurückjagenden Drum und Dran dieser absurden Szene? Lars stand in Hab-acht-Haltung mitten im Wohnzimmer. Die Befleckte stöckelte mit festen Schritten zu ihm hin, drückte ihm Papier und Stift in die Hand und verlangte, schon ruhiger, doch deutlich fordernd: "Schreiben Sie Ihre Adresse auf. Dadrauf. Die Rechnung der Wäschereinigung werde ich Ihnen zuschicken."
Wenn es weiter nichts ist, dachte er und zückte den Bleistift.
"Warten Sie, ich mache Schreibunterlage," hörte er sie sagen. Gesagt, getan. Sie stelzte zu der Couch, beugte den Rumpf, stützte sich auf die Sitzfläche und wölbte Lars mit gespreizten Beinen ihren Po entgegen. Sofort baute er sich vor ihrem straff gespannten Rock auf, drückte mit der Leistengegend gegen ihre Pobacken und begann, das Papier behäbig auf ihrem Rücken glatt streichend, zu schreiben. Was er schrieb, wurde ihm nicht bewusst, zu sehr war er gefangen von der wonnevollen Szene. Nicht einen Zentimeter gab sie nach, als er gegen sie drückte, nicht der leistete Protest kam auf! Wie gemeißelt verharrten die Pobacken, zwischen denen sich sein wieder voll aufgeschossener Ständer einen Weg durch den Stoff der Blaumannhosen und durch den Rockstoff suchte.
Nach der Unterschrift richtete er sich auf. Stumm hielt er ihr das Papier hin. Sie wandte sich ihm zu und, indem sie den Rock glatt strich, sagte mit gurrender Stimme: "Und jetzt verschwinden Sie bitte. Die Rechnung der Reinigung schicke ich an Ihre Adresse."
Er jubilierte innerlich. Was für ein Tag! Zehnmal besser als feuchten Fitnessraum-Träumen in schlecht gelüfteten Räumen nachzuhängen! Das war ein Erlebnis wie aus einem Sexfilm: Argloser unschuldiger Mann gerät in die Fänge einer verluderten Schönen, die ihn ganz beherrscht, ihn zu ihrem Sklaven macht, noch ehe er weiß, wie ihm geschieht. Nur, dass die so verwöhnten Männer dann jedes Mal ihrer rabiaten Frauen-Verachtung freien Lauf ließen.
"Wiedersehen," murmelte er. Er stand in er Haustür, halb zurück gewandt. Da sah er noch, wie sie den Zettel mit seiner Adresse zusammenknüllte und in hohem Bogen in den Mülleimer schnickte. Du bist so süß, dachte er mit einem Lächeln, du bist so süß, solange du eine schlechte Schauspielerin bleibst.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 8647

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben