“, fragt meine Beifahrerin überraschend, kaum dass wir den Kreisverkehr durchquert haben. Ihre Müdigkeit scheint überwunden zu sein.
„Gerne“, antworte ich, gibt es mir doch die Gelegenheit, noch ein wenig länger ihre Gegenwart zu genießen.
„Allerdings habe ich keine Lust auf die Bar, … zumal mein Haus direkt auf dem Weg liegt, und ich noch einen achtzehnjährigen Laphroaig im Schrank habe, der viel zu schade ist, um ihn alleine zu trinken“, schlägt sie vor, „und ein Schlückchen wird ja wohl erlaubt sein, auch wenn ich dich dann noch zurückfahren muss.“ Das Angebot nehme ich gerne an, denn ich habe ihr erzählt, dass ich über meine Eltern und deren Liebe zu Schottland, einen guten Whisky zu schätzen weiß.
So lotst mich Claudia, kurz bevor wir die Stadtgrenze erreichen, in ein Wohngebiet mit schmucken Einfamilienhäusern. Das letzte Haus ganz hinten am Wendeplatz einer Sackgasse gehört ihr. Es ist der typische moderne Baustil, wie ihn nur Architekten mit vielen Freiheiten verwirklichen können. Das Ganze ist nicht wirklich mein Geschmack, aber es hat was, muss ich zugeben. Natürlich kann meine Beifahrerin sowohl das Einfahrtstor, als auch die Garage per Fernbedienung öffnen. Dabei wundere ich mich nicht einmal darüber, dass sie mich bittet, den Jaguar in die Garage zu fahren, denn sie muss mich später schließlich noch zurückbringen. Aber vermutlich will sie dazu den modernen Kleinwagen nehmen, der ebenfalls in der Doppelgarage steht. Ohne Umwege führt mich meine Gastgeberin durch den schmucklos gehaltenen Flur in ihr Wohnzimmer. Der Raum ist im Gegensatz zum Flur ausgesprochen gemütlich gestaltet, denn er verbindet auf perfekte Weise die moderne Architektur mit teils antiken Möbeln. Der Kontrast harmoniert wirklich gut.
Ritterliche Hilfe für eine Lady
Barbesuch - Teil 1
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Ritterliche Hilfe für eine Lady
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