Ritterliche Hilfe für eine Lady

Barbesuch - Teil 1

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Ritterliche Hilfe für eine Lady

Ritterliche Hilfe für eine Lady

Alnonymus

Schon reckt der ein oder andere seinen Hals, um die Unbekannte mit unverhohlenem Blick zu mustern. Fast könnte man an eine Gruppe Raubtiere denken, die ihre nächste Mahlzeit ins Auge fasst. Es dauert aber doch noch eine Weile, bevor sich einer der Herren erhebt und auf den Tresen zugeht, um das ‘Girl from Ipanema‘ anzusprechen. Ich kann zwar die kurze Unterhaltung nicht verstehen, aber aus ihren Gesten und ihrer Körperhaltung wird eindeutig klar, dass sie kein Interesse an ihm hat. So zieht er schnell wieder von Dannen. Mal sehen, wie es weitergeht, und ob die anderen Typen daraus gelernt haben. Haben sie natürlich nicht, denn nur einige Minuten später, steht der Nächste auf.

Dabei schießt mir durch den Kopf, dass es Menschen gibt, die einem schon unsympathisch sind, auch wenn man sie nur von Weitem sieht. Genau so einer ist der solariumgebräunte, durchtrainierte Mittvierziger. Scheinbar hat er vor nicht allzu langer Zeit bemerkt, dass er ergraut, und deshalb seine gegelten, streng zurückgekämmten Haare tiefschwarz gefärbt. Jede seiner Bewegungen zeigt deutlich, dass er sich für den Besten und Schönsten hält, auf jeden Fall aber für unwiderstehlich. Ausgerechnet der Schmierlappen positioniert sich neben dem ‘Girl from Ipanema‘. Aus den Augenwinkeln beobachte ich, dass der Barkeeper seine scheinbar erfolglose Suche wonach auch immer aufgegeben hat, und durch die Tür in den hinteren Bereich verschwindet, vermutlich um das Fehlende aus dem Lager zu holen. Egal, ich bin viel zu gespannt, wie sich das Ganze auf der anderen Seite des Tresens entwickelt.

Deutlich ist nämlich zu erkennen, dass die Unbekannte immer noch kein Interesse an einer männlichen Bekanntschaft hat. Aber so etwas interessiert den schmierigen Typen natürlich überhaupt nicht.

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