Ritterliche Hilfe für eine Lady

Barbesuch - Teil 1

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Ritterliche Hilfe für eine Lady

Ritterliche Hilfe für eine Lady

Alnonymus

… Macht sicher viel Spaß, aber ist vermutlich nicht leicht zu zähmen“, stelle ich anerkennend fest.

„Probier’s aus“, lächelt sie, „den Zündschlüssel hast du ja schon.“
„Aber, … aber das … sollte es nicht heißen. … Das geht doch nicht“, stottere ich völlig überrascht.
„Warum nicht?“, zuckt Claudia mit den Schultern, „ich bin schließlich die Besitzerin, und ich gehe davon aus, dass du einen Führerschein hast.“
„Hab’ ich“, antworte ich reflexartig.
„Na dann los“, lacht sie, „möchte der Herr Chauffeur die Dame nicht endlich an ihr Ziel bringen?“
„Sehr wohl, Mylady, sie müssen mir nur noch sagen, wohin.“ Ich gehe auf ihr Spiel ein, während ich den Schlüssel ins Zündschloss stecke. Unglaublich, ich kann mein Glück an diesem Abend kaum fassen. Erst die edle Frau, und jetzt noch das edle Auto. Zu Beginn habe ich allerdings noch nicht das richtige Feingefühl für Gaspedal und Kupplung, wodurch es etwas ruckelig wird. Doch mein Onkel hat einen alten Mercedes 190-SL, den ich öfter fahren darf, und von ihm habe ich gelernt, dass jeder Oldtimer seinen eigenen Charakter hat, auf den man sich einlassen muss. So ist die Raubkatze bald gezähmt und schnurrt wie ein Kätzchen über die zu dieser Zeit glücklicherweise kaum befahrene Landstraße, auf die Claudia mich lotst.

Meine Beifahrerin und ich unterhalten uns nur wenig miteinander, sondern genießen einfach, unseren Gedanken nachhängend, die Fahrt in den beginnenden Sonnenuntergang. Ja, es ist fast schon kitschig, wie in einem Traum.
„Ich glaube, wir sollten langsam umdrehen“, meine ich trotzdem irgendwann, schließlich möchte ich Claudias Angebot nicht überstrapazieren.
„Du hast wohl recht“, seufzt sie, „da vorn müsste ein Kreisverkehr kommen, wo du wenden kannst.“ Gesagt, getan, so treten wir den Rückweg an.
„Sag mal, hättest du noch Lust auf einen kleinen Absacker?

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