Ritterliche Hilfe für eine Lady

Barbesuch - Teil 1

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Ritterliche Hilfe für eine Lady

Ritterliche Hilfe für eine Lady

Alnonymus

Statt in Bars, gehe ich allgemein lieber in gemütliche Kneipen, wie man das als Student 1993 eben so macht. Damals bin ich fünfundzwanzig und stehe kurz vor dem Ende meines Elektrotechnikstudiums. Doch am heutigen Freitag habe ich mich trotzdem zu einem Barbesuch entschlossen, da ab neunzehn Uhr ein Trio, bestehend aus Klavier, Kontrabass und Schlagzeug, Jazz-Standards spielt. Auch wenn es für einen jungen Mann wie mich vielleicht ungewöhnlich ist, gefällt mir diese Musik doch ausgesprochen gut, und da ich ohnehin eher ein Einzelgänger bin, macht es mir nichts aus, alleine hierherzukommen. Wobei mein WG-Mitbewohner Robert schon den ganzen Tag meinte, ich solle doch lieber mit ihm zu einer Studentenparty gehen. Schließlich sei ich ja schon ein halbes Jahr Single und bräuchte dringend wieder weibliche Gesellschaft. Da aber irgendwelche wilden Partys nun so überhaupt nicht mein Fall sind, habe ich dankend abgelehnt.

Die Soda-Bar ist ausgesprochen gemütlich, mit viel dunklem Holz, und in gedeckten Farben gehalten. Man könnte sich fast in einen altenglischen Club versetzt fühlen. Nach kurzer Überlegung scheint mir der Platz ganz hinten am rechten Schenkel des mächtigen u-förmigen Tresens ideal. Von dort aus hat man nicht nur einen guten Überblick über den ganzen Raum, sondern auch die Bühne ist in unmittelbarer Nähe. So kann ich auch später noch die Musik genießen, wenn es voller geworden ist, und die Hintergrundgeräusche erfahrungsgemäß zunehmen. Derzeit ist aber noch wenig Betrieb, nur ein älterer Herr sitzt stirnseitig an der Theke, und ein knappes Dutzend Herren hat sich in kleinen Gruppen an die einzelnen Tische gesetzt. Es sind tatsächlich alles Herren in grauen oder dunklen Anzügen, die hier scheinbar ein Meeting gemütlich ausklingen lassen.

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