Romana. Kleines, zartes Vögelchen.

Eine Ostergeschichte

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Romana. Kleines, zartes Vögelchen.

Romana. Kleines, zartes Vögelchen.

Anita Isiris

Es kam, wie es kommen musste. Kalle hatte einen Arbeitskollegen, mit dem er alles teilte. Träume, Gedanken, Projekte, Arbeitspausen, Teamausflüge, Workshops… Die beiden, Kalle und Ernest, arbeiteten seit über 10 Jahren bei derselben Firma – einem kleinen, blassen Treuhandbüro. Weil die Arbeit so monoton war, kam es ab und an vor, dass die beiden Männer sich in der Mittagspause mit einem Pornofilm vergnügten – in Zeiten der digitalen, ubiquitären Verfügbarkeit übrigens keine Besonderheit.

Da sprach Kalle Ernest auf seine junge, scheue Frau an. «Kommst Du morgen zu uns zum Abendessen? Dann lernst Du sie gleich kennen…», schlug Kalle vor.

Am Folgetag klingelte es um 19:00 Uhr; Romana, die sehr gerne kochte, hatte sich mit Muffins abgemüht, von Hand Nudeln hergestellt und leckere Steaks angebraten. Dazu gab’s einen erlesenen Primitivo aus Kalles Weinkeller.

Die Gespräche verliefen erst harzig, dann entspannte sich Romana sichtlich. Anscheinend fand sie Gefallen an Ernest, was Kalle sehr erregte. Romana sprach dem Wein zu, und ihre offene Körpersprache liess vermuten, dass sie daran war, einige ihrer Hemmungen abzulegen.

«Na Ihr zwei», flachste Kalle, «Ihr scheint zusammen zu passen…». Romana lief rot an und wurde wieder zum scheuen, kleinen Vögelchen.

Dann gab ein Wort das andere. Die beiden Männer arbeiteten sich in die Hand. Kalle strich Romana durchs Haar, Ernest schenkte ihr Wein nach. Während sie am Glas nippte, erzählte Ernest Anekdoten aus seinem keineswegs langweiligen Leben. Romana wurde warm, und sie öffnete den obersten Knopf ihrer Seidenbluse. Kalle ergriff ihre Hand.

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