Rosenhochzeit

Auszug

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Rosenhochzeit

Rosenhochzeit

Leif Larsson

„Das, mein Lieber, verbiete ich dir. Sie gehört zu jener Sorte junger Frauen, denen ihr Männer in den Ausschnitt fallt.“
„Und was ist d a s hier?“ wollte Oliver wissen, legte den Strauß auf die Garderobenkommode, fasste seine Frau bei den Schultern und zog sie an seine Brust. Genüsslich beobachtete er, wie sich ihre Formen aus dem Dekolleté hoben.
„Das,“ sagte sie und küsste ihn kurz auf den Mund, „das ist für später.“ Sie löste sich von ihm, ehe er auf einen Gedanken kam, der ihr ansonsten zwar gefallen hätte, den sie heute aber aus Gründen, die nur sie kannte, unterdrücken musste. Um ihn abzulenken, lobte sie sein Blumenbukett.
„Die sind aber schön! Ich stelle sie gleich in eine Vase. Du kannst derweil duschen und dich umziehen. Wir müssen dann bald los.“
„Essen wir auswärts?“ fragte er neugierig, während er ins Badezimmer ging.
„Glaubst du, ich stelle mich an einem Tag wie diesem an den Herd?“ rief sie aus der Küche.

Nachdem sie die Blumen ins Wasser gestellt hatte, folgte sie ihrem Mann ins Badezimmer. Sie wollte ihre schönsten Ohrringe anlegen und ein wenig Parfum auftragen. Außerdem wollte sie Oliver gegebenenfalls davon abhalten, dem Trieb, den sie in ihm geweckt hatte, jetzt schon nachzugeben. Als er sich abtrocknete, schielte sie verstohlen nach seinem Gemächt, das dick und schwer, aber nicht weiter angriffslustig zwischen seinen Schenkeln hing. Das bedeutete Entwarnung.
„Ich hole dir deine Sachen.“ erbot sie sich und huschte hinaus. Sie hatte sich für den hellen Anzug aus Leinen entschieden, der bereits recht gut zu der Jahreszeit passte. Rasch packte sie noch Wechselwäsche für sich und für ihn sowie einige Toilettenartikel in eine kleine Reisetasche.
„Fahren wir eigentlich wieder mit dem Bus oder mit der Straßenbahn?“ erkundigte er sich, während Silke ihm liebevoll die Krawatte band.
„Mit dem Wagen, Schatz.“ entgegnete sie zu seiner Überraschung.

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