Rosi und der Witwer

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Rosi und der Witwer

Rosi und der Witwer

Sven Solge

Telefon ab 18:00: 030/123456780

Rosi las die Anzeige drei, viermal wie elektrisiert immer wieder durch. Auch wenn es nicht das war, was sie sich vorgestellt hatte, so war es etwas, wo sie Erfahrungen sammeln konnte.

Ein Blick auf ihre Küchenuhr sagte ihr, dass es noch gut eine Stunde bis 18:00 Uhr war. Jetzt hieß es, sich auf das Gespräch vorzubereiten. Nachdem sie ihre Unterlagen, geordnet auf dem Tisch vor sich ausgebreitet, einen Notizblock bereit gelegt und das Telefon vor sich aufgebaut hatte, schaute sie erneut auf die Uhr. Noch zwanzig Minuten blieben ihr, bis sie anrufen konnte, aber das waren wohl die längsten zwanzig Minuten ihres Lebens. Je näher der Zeitpunkt rückte, um so nervöser wurde sie.

Sie verglich die Küchenuhr noch mit ihrer Armbanduhr und musste feststellen, dass die Küchenuhr 4 Minuten vor ging.

Doch dann zeigte ihre Uhr !8:00 Uhr und sie wählte etwas zögerlich die Nummer. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, als das erste Signal ertönte: „Besetzt“

Enttäuscht blickte sie auf den Hörer und legte ihn langsam zurück auf den Tisch. Was hatte sie erwartet?

Auf dieses Angebot würden sicher noch mehr Interesse zeigen. Nach zehn Minuten versuchte sie es erneut, wieder besetzt!

Nach weiteren zehn Minuten ein neuer Versuch. Dieses Mal ein Freizeichen, aber als nach mehreren klingeln keiner ran ging und Rosi gerade aufgeben wollte, hörte sie plötzlich ein knacken und eine dunkle Stimme sagte: „von Grachenstein!“

Erschrocken wäre ihr beinahe der Hörer aus der Hand gefallen, fing sich dann aber und stellte sich vor: „Guten Abend Herr von Grachenstein, mein Name ist Roswita Klammer. Ich rufe wegen der Annonce in der Tageszeitung an. Sie suchen eine Hauswirtschafterin, ist die Stelle noch vakant?

„Guten Tag Frau Klammer, ja die Stelle ist noch frei! Wobei ich allerdings schon zwei Interessenten habe.“

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schreibt Fritz850

Eine sehr schöne Geschichte. Das ist so schön und gefühlvoll aber auch unterhaltsam erzählt, die schreit ja förmlich nach einer Fortsetzung.

Gedichte auf den Leib geschrieben