Rosi und der Witwer

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Rosi und der Witwer

Rosi und der Witwer

Sven Solge

Sie googelte den Namen von Herrn von Grachenstein und war überrascht auf wen sie da gestoßen war.

Die Firma Grachenstein handelte mit Antiquitäten und das schon seit über hundert Jahren. Schon Großvater von Grachenstein hatte das Geschäft aufgebaut und der Vater von Alfons von Grachenstein führte das Geschäft zur heutigen Blüte.

Alfons hieß also ihr eventueller neuer Arbeitgeber. Ein altmodischer Name, der nicht zu dem Bild passte, das in seiner Familienchronik abgebildet war.

Ein großer, schlanker Mann mit schwarzen Haaren und Vollbart, blickte ihr vom Computerbildschirm entgegen. Er schien sportlich durchtrainiert zu sein und war überraschend jung. Auf 36 hätte sie ihn nach der Stimme am Telefon nicht geschätzt.

Am Samstag machte sie sich rechtzeitig auf den Weg, denn immerhin lag das Anwesen der von Grachenstein in einem Vorort ihrer Heimatstadt. Da Rosi kein Auto besaß, fuhr sie mit der S-Bahn bis zur Endstation und von da mit dem Fahrrad, dass sie in der Bahn mitgenommen hatte, die drei km mit dem Rad.

Als kleines Bonbon für die Kinder, hatte sie noch einen leckeren Apfelkuchen gebacken, den sie jetzt in einer Tragetasche vor Erschütterungen in der Hand hielt und das Fahrrad mit einer Hand steuerte.

Die genannte Adresse erwies sich als hochherrschaftliches Haus. Weiß gestrichen, mit einer Überdachung vor dem großen, dunkelgrünen Eingangsportal, sodass man mit einem Auto direkt vor die Tür fahren und bei Regenwetter trockenen Fußes ins Haus gelangen konnte. Die Großen Sprossenfenster links und rechts vom Eingang hatten ebenfalls dunkelgrüne Rahmen und boten so einen herrlichen Kontrast zur weißen Fassade.

Befangen schob Rosi ihr Fahrrad das letzte Stück bis zum Haus. Mit so einem Anwesen hatte sie nicht gerechnet, obgleich ihr der Name schon etwas hätte sagen müssen.

Sie stellte ihr Fahrrad ab und unterließ es, es abzuschließen. Wer sollte hier schon ein Fahrrad klauen?

Als sie den Klingelknopf drückte, erklang in weiter Ferne ein Gong. Wenig später wurde zaghaft die Tür geöffnet und ein blonder Lockenkopf lugte um das Türblatt.

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schreibt Fritz850

Eine sehr schöne Geschichte. Das ist so schön und gefühlvoll aber auch unterhaltsam erzählt, die schreit ja förmlich nach einer Fortsetzung.

Gedichte auf den Leib geschrieben