Rot

Vier Farben

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Selbst die Vermögenden unter den Männern hatten Schwierigkeiten damit, in ihren engeren Dunstkreis zu kommen. Wenn es dann doch einer schaffte, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, hatte er sie nie alleine für sich. Ihr Tross war immer um sie herum und lauerte auf die Chance seinen Platz einzunehmen.
Genau in diesem Szenario kam ich ins Spiel. Ich hätte nie die Voraussetzung gehabt, auch nur ein Wort mit ihr zu wechseln, geschweige denn sie kennenzulernen. Auch wusste ich bis zu jenem Tag nicht einmal, dass sie existierte. Sie kam sozusagen mit einem Knall in mein Leben, den ich nicht vorhergesehen hatte.
An jenem Tage, es war ein Wochenende, fuhr ich mit meinem alten Mini herum, ohne ein Ziel zu haben. Ich mochte es einfach übers Land zu eiern, die Dörfer zu betrachten, die auf meinem Weg lagen, ohne daran denken zu müssen, wohin mich mein Weg führte. In der Woche, wenn ich arbeitete, brauchte ich mein Auto nicht, konnte zu Fuß meinen Arbeitsplatz erreichen, für meine normalen Einkäufe, konnte ich zu Fuß laufen. Somit war mein kleines Vehikel eher ein Luxus, den ich mir leistete. Sinn machte es selten. Daher fuhr ich wenigstens am Wochenende ein wenige herum, um ihm einen Zweck zu geben, mir die Notwendigkeit vor meine Augen zu führen, dass ich es doch brauchte.
Irgendwann wollte ich zurück nach Hause fahren, fuhr dafür Richtung Autobahn und war darüber erleichtert, dass wenig los war. Entsprechend entspannt konnte ich fahren, hatte es nicht eilig. Im Gegensatz zu mir konnte ich bald im Rückspiegel etwas Flaches, Rotes erkennen, das sich mit hoher Geschwindigkeit näherte. Mir war es egal, die Autobahn war frei, und wenn Menschen meinten, ein Begräbnis der Tachonadel zu veranstalten, sollten sie es tun. Wozu hatte man ein Fahrzeug, dass einem Blitz Konkurrenz machte. Für mich war das nichts, ich hatte es nicht eilig, fuhr überpünktlich los, wenn ich einen Termin hatte.

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