Es dauerte wenige Sekunden, bis das feuerrote Ding besser sichtbar wurde, und mir war klar, dass auf der Motorhaube sich ein aufgebäumtes, schwarzes Pferd mit gelbem Hintergrund befand. Ich mochte diese Autos, hatten eine schöne Form, waren schnell. Dafür hatten es keinen wirklichen Zweck, waren unbequem, laut und teuer. Auf der anderen Seite, wer schon alles andere hatte, der sah sich nach Extravaganz um. Mir egal.
Neugierig sah ich in den Rückspiegel, konnte erkennen, dass ich recht hatte und zwei Sekunden später raste das Fahrzeug an mir vorbei und ich hörte den laut heulenden Motor mit seiner hohen Stimme. Ich persönlich fand den Ton nervig, mochte es lieber hubraumstark und blubbernd, wie bei einem alten Schiffsdiesel. Ansichts- und Geschmackssache.
Der Wagen war noch keine hundert Meter weit gekommen, als er plötzlich langsamer wurde, seltsame Rauchzeichen von sich gab und es knallte. Eine Säule von Wasserdampf schoss in die Höhe und Motoröl spritzte auf meine Frontscheibe.
Irgendwas war passiert und der Fahrer hatte Schwierigkeiten, das Fahrzeug unter Kontrolle zu behalten. Es schlingerte mehrmals hin und her, sodass ich befürchtete, dass es sich überschlagen könnte. Wahrscheinlich war es die flache Form, die es verhinderte. Der Fahrer schaffte es irgendwie das Auto abzubremsen, auf den Standstreifen zu fahren und dort zum Stehen zu bringen. Natürlich bremste ich sofort, lenkte meinen Wagen vor den anderen und stieg aus, wollte nachschauen, ob alles in Ordnung war, sich niemand verletzt hatte.
Ich war noch nicht am Fahrzeug angekommen, als die Fahrertür aufging und ich erkennen konnte, dass es eine Fahrerin war. Knallrote Heels erschienen, schlanke Waden folgten. Mit wackeligen Beinen schälte sich eine Frau aus dem Wagen, wie ich es selten gesehen hatte.
Alles an ihr schien businessmäßig zu sein, zugleich ein Prototyp des blonden Dummchens.
Rot
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