...Auch Rotkerbchen bekam nun den nahenden Winter zu spüren. Ihr kurzes Jagdkleidchen war zwar sehr hübsch anzusehen, doch fror sie inzwischen erbärmlich darin. Und was sie beinahe noch mehr beunruhigte: Auf ihren hübschen, langen Beinen begann ein schwarzer Flaum zu sprießen. Es war beinahe so, als würde ihr plötzlich ein Winterfell wachsen.
Sie brauchte dringend einen warmen Unterschlupf. Denn sie hasste es wie die Pest, sich die Beine zu rasieren. Das juckte nämlich anschließend immer gar fürchterlich, denn wirklich scharfe Klingen, waren noch nicht erfunden. Außerdem gab es immer diese lästigen Pickel....
Doch darüber wollte sie jetzt nicht nachdenken. Über den Winter sollte der Busch nun sprießen, wo er nun schon einmal da war. Schließlich hatte sie schon unter flauschigen Wölfen gelebt. Gegen die Kälte jedenfalls, wäre ein natürliches Fell jetzt sehr nützlich.
So schritt unsere Heldin also kräftig aus, um sich durch sportliche Bewegung zu wärmen. Außerdem hielt das die Schenkel stramm und sorgte für einen schönen Arsch.
Erst jetzt fiel ihr erschreckt auf, dass sie sich tatsächlich schon für ein verwildertes Waldtier hielt. ,Aber war das wirklich so schlimm? Kam das meiste Übel der Welt denn nicht daher, dass die Menschen sich für die Krone der Schöpfung hielten?‘
Lange aber, hatte Rotkerbchen keine Zeit für solche intellektuellen Gedankenspiele. Denn während sie so wanderte, sah sie da plötzlich etwas am Wegesrand liegen, dass wie ein schöner, warmer Winterpelz aussah. Sollte es das Schicksal doch noch einmal gut mit ihr meinen?
Aber im Näherkommen entdeckte sie, dass es sich wohl doch nicht um den verloren Winterpelz eines durchreisenden Handelsmanns handelte. Denn da lag ein leibhaftiger, wuschliger Wolf im Staub.
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