Rotkerbchen und der arme Wolf

Rotkerbchens Abenteuer - Teil 12

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Rotkerbchen und der arme Wolf

Rotkerbchen und der arme Wolf

Peter Hu

...Auch Rotkerbchen bekam nun den nahenden Winter zu spüren. Ihr kurzes Jagdkleidchen war zwar sehr hübsch anzusehen, doch fror sie inzwischen erbärmlich darin. Und was sie beinahe noch mehr beunruhigte: Auf ihren hübschen, langen Beinen begann ein schwarzer Flaum zu sprießen. Es war beinahe so, als würde ihr plötzlich ein Winterfell wachsen.

Sie brauchte dringend einen warmen Unterschlupf. Denn sie hasste es wie die Pest, sich die Beine zu rasieren. Das juckte nämlich anschließend immer gar fürchterlich, denn wirklich scharfe Klingen, waren noch nicht erfunden. Außerdem gab es immer diese lästigen Pickel....

Doch darüber wollte sie jetzt nicht nachdenken. Über den Winter sollte der Busch nun sprießen, wo er nun schon einmal da war. Schließlich hatte sie schon unter flauschigen Wölfen gelebt. Gegen die Kälte jedenfalls, wäre ein natürliches Fell jetzt sehr nützlich.

So schritt unsere Heldin also kräftig aus, um sich durch sportliche Bewegung zu wärmen. Außerdem hielt das die Schenkel stramm und sorgte für einen schönen Arsch.

Erst jetzt fiel ihr erschreckt auf, dass sie sich tatsächlich schon für ein verwildertes Waldtier hielt. ,Aber war das wirklich so schlimm? Kam das meiste Übel der Welt denn nicht daher, dass die Menschen sich für die Krone der Schöpfung hielten?‘

Lange aber, hatte Rotkerbchen keine Zeit für solche intellektuellen Gedankenspiele. Denn während sie so wanderte, sah sie da plötzlich etwas am Wegesrand liegen, dass wie ein schöner, warmer Winterpelz aussah. Sollte es das Schicksal doch noch einmal gut mit ihr meinen?

Aber im Näherkommen entdeckte sie, dass es sich wohl doch nicht um den verloren Winterpelz eines durchreisenden Handelsmanns handelte. Denn da lag ein leibhaftiger, wuschliger Wolf im Staub.

Andere Mädchen hätten vor Schreck gewiss jetzt unter sich gemacht. Rotkerbchen spürte zwar ein gewisses Prickeln im Schritt und es wurde auch etwas feucht zwischen ihren knackigen Oberschenkeln, doch das hatte nichts mit Furcht zu tun. Vor wilden Tieren jedenfalls, hatte unsere wohlgestaltete Heldin wenig Angst. Denn schließlich hatte sie mit Wölfen immer nur die besten Erfahrungen gemacht. Bei denen ließ es sich sogar herrlich überwintern.

„Bitte, bitte, tu mir nichts.“ ...jammerte der zusammengekauerte Wolf da plötzlich zu ihrem Erstaunen.

Er geriet völlig aus der Fassung, als Rotkerbchen sich niederkniete, ...und das feuerrote Ungeheuer zwischen ihren Schenkeln zu lächeln begann. So etwas war ihr ja noch nie untergekommen.

Bisher hatte sich noch Jeder gefreut, den ihr süßes „Flunschmäulchen“ derart freundlich angegrinst hatte. Und dass es so feucht von den Lippen schimmerte, hatte gewiss nichts mit raubtierhafter Fresslust zu tun. Auch wenn ihr juckendes Kerbchen oft sehr gefräßig war. Doch was es verschlang, gab es in der Regel auch meist wieder frei. Und nicht selten verlangte es danach, erneut verschlungen zu werden.

Doch dieser Wolf schien vollkommen traumatisiert. Erst als sie die Schenkel schloss, beruhigte er sich etwas. Schließlich begann er mit zitternder Stimme zu erzählen, was ihm Schreckliches widerfahren war.

Erst als unsere Heldin ihm das zerzauste Fell kraulte, legte sich auch sein erbärmliches Schluchzen.

Heulende Wölfe waren im Märchenwald keine Seltenheit. Doch dass ihnen die Tränen dabei liefen, hatte Rotkerbchen noch nie zuvor gesehen.

*

DIE RACHE DER SIEBEN GEILLEIN

„Es ist eine sehr alte Geschichte“, ...begann der Wolf traurig.

„Ein Vorfahr aus meiner Sippe, hatte einmal, schon vor ewigen Zeiten, ein paar kleine Geißlein aus der Nachbarschaft vernascht.

Die Geschichte ist überall nachzulesen, ...aber lange verjährt. Nun gut, ich muss zugeben, wir Wölfe sind keine frommen Lämmer. Wenn wir ein Stück hübsches Fleisch sehen, läuft uns das Wasser im Munde zusammen. Und wir sind schon geneigt, es ein wenig zu knabbern und zu schmecken. Aber das ist ja schließlich unser Beruf.“

„Was wäre die Welt auch schließlich für ein langweiliger Ort, gäbe es da nicht den feinen Prickel des Risikos? Würdest du schließlich so freudig durch den Wald spazieren, ohne die geringste Changse, dass hinter irgendeinem Baum ein böser Wolf sitzt? Sicher nicht. Denn ich kenne dich. Du bist schließlich die, die mit dem Wolf vö... Und hat es dir etwa geschadet?“

Rotkerbchen schüttelte nur verträumt den Kopf und spielte mit ihren aufgerichteten Nippelchen, während sie gespannt lauschte...

...Der böse Wolf war also mal wieder auf dem Weg zu seinem Bewährungshelfer, wo er sich wegen anderer fleischlicher Vergehen, die nichts mit den sieben Geillein zu tun hatten, einmal im Jahr melden musste. Denn im Märchenwald waren die Bewährungsauflagen recht locker. Das war schon daran zu erkennen, dass der Räuber Hotzenklops noch immer auf freiem Fuß war. Doch auch im Märchenwald gab es Grenzen.

So hatte man zum Beispiel kürzlich einen Drachen verhaftet, welcher der Einäscherung mehrerer Ritter überführt wurde. Der Mitangeklagte, so ein zwielichtiger Zauberer, entzog sich der Verhaftung nur durch feige Taschenspielertricks. Man hatte dem öligen Kerl die Handschellen schon angelegt, da löste er sich plötzlich regelwidrig in übelriechende Luft auf.

Den Drachen, es trifft ja immer nur die kleinen Fische, verurteilte man schließlich wegen seiner geminderten Schuldfähigkeit, zu siebenhundertdreiundvierzig Jahren Gehegehaft im Schwuppertaler Zoo.

Doch das auch nur am Rande. Schließlich versuchen wir hier, den berüchtigten „Sieben Geillein“ auf die Schliche zu kommen. Die sind schon durch einige schlimme Vergehen auffällig geworden. So lauerten sie zum Beispiel in letzter Zeit häufig irgendwelchen alten Damen auf, die mit dicken Goldsäcken beladen, auf dem Weg zu einem gewissen Lebkuchenhaus waren.

Tagsüber weideten die Geillein ganz friedlich auf der kleinen Wiese am Rande des Märchenwaldes. Doch wenn der Mond aufging, verwandelten sich diese winzigen, kleinen Zicklein, mit ihren unschuldig weißen Fellchen, in reißende Bestien.

Aber wen wundert das auch, bei diesen Eltern?

Der Vater war ein waldbekannter, immergeiler Ziegenbock, der immer nur das „Eine“ im Kopf hatte. Man sagte dem Kerl sogar ein uneheliches Verhältnis mit dem letzten Einhorn nach. Auch wenn ich das für ein Gerücht halte.

Fest steht aber: „Anständige Arbeit“ war für den immergeilen Tagedieb ein Fremdwort.

Und von der Ziegenmutter wollen wir erst gar nicht reden. Selbstverwirklichung, Alkohol, Drogen, Prostitution... ja sogar Verführung des Weihnachtsmannes, standen auf der Liste ihrer zweifelhaften Vergnügungen.

Und obwohl der Osterhase im Märchenwald eigentlich überhaupt nichts zu suchen hat, traf man ihn in jenen Tagen zu den unmöglichsten Zeiten in der Nähe des Ziegenstalls an. Noch Fragen?...

Was sollte bei diesen verlotterten Verhältnissen also aus den lieben Kleinen werden? ...“

...Der böse Wolf (der ich noch kürzlich war) schritt also guter Dinge aus, um sich einmal wieder bei seinem Bewährungshelfer zu melden. Er hatte sich nichts vorzuwerfen. Gewiss, er musste Essen. Doch war er peinlichst darauf bedacht, alle Spuren zu beseitigen, ...und auch nur auswärtige Wanderer zu fressen.

Dafür hatte man größtes Verständnis. Und solange er sich an Grundstücksspekulanten, Landvermesser, Pfaffen und Bürokraten hielt, die die natürliche Ordnung des Waldes ohnehin nur störten, hatte ja auch niemand etwas dagegen.

...Ja. ...So geschah es also am helllichten Tag. Und seit jenem Tage, war unser böser Wolf (Opfer distanzieren sich nur zu gern von ihrem traumatisierenden Erlebnis, indem sie sich abspalten) nicht mehr der Alte. Ein fröhliches Liedchen auf den Leftzen, wanderte er stolzen Schrittes durch den alten Hohlweg, als ihm plötzlich ein ziemlich keckes Geillein in den Weg trat.

„Haste mal Feuer, Alter?“ ...meinte das frische Zicklein ziemlich forsch und drehte eine dicke Zigarre zwischen den rot bemalten Lippen.

Dem Wolf lief schon das Wasser im Munde zusammen. Denn das kleine Geillein hatte sich in das enge Kostüm des gestiefelten Katers gezwängt, ...und trug dazu noch ziemlich scharfe Strapse.

Da konnte der „Böse Wolf“ natürlich nicht „Nein“ sagen. Sofort sprang er vom Weg und suchte ein paar geeignete Hölzer, um damit ein Feuer zu reiben.

Ein verhängnisvoller Fehler, wie sich augenblicklich herausstellen sollte. Denn nun war er vom „Rechten Wege“ abgekommen. Und was das bedeutet, weiß schließlich jeder, der in dieser Geschichte richtig aufgepasst hat...

Sieben kleine, ganz und gar nicht unschuldige Geillein, fielen mit sabbernden Mäulern und gefletschten Zähnen über den armen Wolf her. Der wehrte sich heftig, was die Geillein nur noch geiler machte. Doch bei dieser erdrückenden Übermacht hatte er nicht die geringste Changse.

Die Weißfelle banden ihn an Vorder und Hinterläufen, ...schoben eine lange Stange hindurch, und schleppten das arme Raubtier in ihr privates Sado‑Maso Studio. Es lag mitten in einer finsteren Höhle, am Rande des tiefen Schauerberges, wo auch ein paar berüchtigte Zwerge ihr Unwesen trieben.

Doch auch die hatten ihre Meister gefunden...

Dem Wolf wurde angst und bange, als er im finsteren Stollen gleich fünf, der sieben Zwerge in schweren Ketten gefangen sah. Dazu hing der „Gestiefelte Kater“, ...ohne Stiefel ...und auch sonst mit ziemlich wenig an, ...einigermaßen unvorteilhaft am hölzernen Kreuz.

Die sieben Geillein wuchteten unseren jammernden Wolf unsanft auf die Streckbank. Dann erlebte unser armer Held die längsten Stunden seines Lebens.

Es waren Stunden unsäglicher Pein. Man wollte es kaum glauben, zu welch perversen Spielen die sieben, so unschuldig dreinschauenden Geillein doch fähig waren.

Stundenlang kitzelten sie dem hilflosen Opfer mit Gänsefedern die Fußsohlen, ...um nur die harmloseste, der brutalen Torturen zu benennen. Eines nach dem Anderen, musste er die sieben Geillein anschließend nach allen Regeln der Kunst beglücken.

„Wie wir dich doch beneiden“, ...stöhnten fünf, der sieben Zwerge ekstatisch, als man sie schließlich aus ihren Ketten befreite. Sie ließen, zu des Wolfes großen Erstaunen, manchen Goldklumpen zurück.

‚Ein Lösegeld‘, ...dachte der böse Wolf noch halblaut.

Doch der gestiefelte Kater klärte seinen Leidensgenossen überlegen lächelnd auf:

„Die„Zipfelmützen“ kommen jeden Monat her. So viel Gold müsste unsereiner auch mal auf der Kralle haben...“

„Du bezahlst dafür?“ ...erkundigte sich der böse Wolf skeptisch. „Wo bin ich hier nur hineingeraten?“

„Ich zahle hauptsächlich fürs Zusehen“, ...lachte die nackte Miezekatze.

„Und als ich hörte, dass sie einen echten Wolf reinkriegen, habe ich gleich das Doppelte angeboten, nur um dabei sein zu dürfen. Wir Kater mögen euch Wölfe nämlich nicht so besonders, musst du wissen. Das liegt in unserer Natur.“

„Schnauze Miezekatze, ...sonst gibt’s Zunder“, ...fauchten die sieben Geillein im Chor.

Eine Peitsche knallte in der Luft, ...und der Kater mautzte lang und wonnig.

„Oh, ...meine geliebten Geillein, gebt mir mehr. Lasst euren ergebenen Diener alle Pussyfelle sauber lecken. ...Oh, dieser Ziegenduft macht mich ganz verrückt“, ...gurrte der devote Kater.

Die Geillein aber, lachten ihn nur aus. Ein Eimer eiskalten Quellwassers kühlte schnell sein Mütchen...

...Dann kam der „Arme Wolf“ an die Reihe. Sieben Geillein können gar grausam sein. Bis zum Morgengrauen, haben sie sich den Riesen gewissenlos „vorgenommen“. Daumenschrauben, Peitschen, Zangen und Nadeln? ...Alles Quatsch!

Die verdorbenen Geillein kannten subtilere Methoden.

Die schlimmste aber war, dass der Kater alles mit ansehen konnte. Er hing noch immer lässig am Kreuz, ...und beobachtete mit süffigen Kommentaren, wie sich die Geillein schamlos des gefangenen Wolfes bedienten.

Im Morgengrauen schließlich, hatten sie endlich genug Spaß gehabt. Der Wolf hatte seine Schuldigkeit getan. Und da er nicht mehr aufrecht gehen konnte, warf man ihn kurzerhand auf einen hölzernen Karren, ...und schaffte ihn zurück zum „Rechten Weg“. Denn hier herrschte reger Verkehr. Und der wöchentlich durchkommende Ochsenkarren, hatte schlechte Bremsen...

*

An der Stelle hast du mich schließlich gefunden. Zum Glück warst du dem rasenden Ochsen zuvor gekommen...

„Im Sado-Masostudio haben sie dich also gebrochen“, ...gurrte Rotkerbchen gedankenverloren.

Inzwischen hatte sie alle Kälte vergessen und sich ziemlich weit entkleidet. Zwei Finger steckten tief in ihrem roten Kerbchen. Die andere Hand spielte mit imaginären Nippelklemmen, die sie so sehr stimulierten, dass es aus der unteren Etage schmatzte.

„Wir werden dich schon wieder auf die Beine bekommen“, ...stöhnte sie schon beinahe, während sie sich immer noch an jenem imaginären Andreaskreuz wähnte, ...zu willen der perversen Geillein, die ihre Kitzelfedern in ihrem Tagtraum ganz offensichtlich gegen lederne Peitschen und anderes Gerät getauscht hatten.

„Alles halb so schlimm“, ...tröstete sie den verstörten Wolf, barg sein Gesicht an ihrem blanken Busen und kraulte ihm den haarigen Nacken.

„Du riechst aber gut“, ...gurrte der Wolf da auch schon ein bisschen selbstsicherer.

„Soll ich dich sauber lecken?“...

Kerbchen nickte nur verträumt.

Und weil sie so lieb und nett zu ihm war, durfte sie auch in seiner bescheidenen Stube überwintern…

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