Rotweinflecken

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Yupag Chinasky

Dies ist ein Kapitel aus dem Roman „Götterdämmerung“ von Yupag Chinasky. Der als print-on demand oder als e-book bei epubli.de, Amazon oder anderen Anbietern erworben werden kann.

Weiter hinab, auf die runden Pobacken, wagten sie sich nicht, obwohl er es an sich gerne hatte, seine Hände beim langsamen Schwof auf den sanft wackelnden, leicht vibrierenden, bei der Berührung erschauernden Hinterbacken seiner Tanzpartnerin ruhen zu lassen. Aber bei Ana traute er es sich einfach nicht, noch nicht, obwohl nur knapp eine Handbreit zu überwinden gewesen wäre und Ana, so wie sie sich verhielt, ganz bestimmt nichts dagegen gehabt hätte. Aber er war zu verklemmt, zu schüchtern, zu stocksteif, um sich weiter vorzuarbeiten und in der Tiefe seine grapschende Forschung fortzusetzen. Außerdem war er durch das, was sich ihm weiter oben bot, abgelenkt. Oben befanden sich ihre Haare nun direkt vor seiner Nase. Sie kitzelten ihn ein wenig und er roch an ihnen, nicht nur das Parfüm, das ihn schon den ganzen Abend verwirrt hatte, die Limetten-Maiglöckchen-Note, er roch auch den schwereren Duft des Shampoos, das sie verwendet hatte. Er überlegte, was das für ein Duft sein könnte, aber er kam nicht drauf und das irritierte ihn. Schließlich fragte er sie. Sie war überrascht, ob ihn das wirklich interessiere, sie habe noch nie erlebt, dass Männer sich für Düfte interessierten. „Warte mal, ich muss selbst erst überlegen. Ja, doch, es ist ein Shampoo mit Tabac-Duft, das steht jedenfalls auf der Flasche, aber frag mich nicht, was Tabac-Duft eigentlich ist. Ich finde es süß, dass es dir gefällt.“ Aber er roch noch mehr als nur das aufregende Parfüm und den unbekannten Tabac-Duft. Der Geruch dieser Frau erregte ihn mehr als das Abtasten, das Anschmiegen, das Sich-an-ihn-pressen. Es konnte nicht nur an dem sinnlichen, die Sinne betörenden Parfüm liegen. Vielleicht war ihm gar nicht so recht bewusst, was er da noch wahrnahm, was ihn so ablenkte, dass seine Hände im unteren Bereich ganz still geworden waren.

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