Rückkehr nach Rom

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Rückkehr nach Rom

Rückkehr nach Rom

Chloé d'Aubigné

Und doch waren sie für mich anders, denn sie waren für mich neu. Nein, ich erinnerte mich an sie. Und jetzt, wo ich ihn sah, bemerkte ich erst, wie oft ich in dem letzten Jahr an ihn gedacht und mich an alle Details von ihm erinnert hatte. Ich fragte mich, ob er wohl an mich gedacht hatte. Ob er sich erinnerte an das letzte Glas Wein, das wir geteilt hatten, und an die Stille, die damals mehr geschrien hatte als jedes Wort es hätte können.
Als die Gäste gingen, blieb ich sitzen. Die Geräusche verebbten, das Licht wurde gedämpft. Ich wollte aber nicht die Gelegenheit nutzen, ebenfalls unbemerkt zu verschwinden. Heute würde ich bleiben. Auch wenn ich mich hier ein wenig verloren fühlte.
Doch er kam bald zurück, stellte zwei Espressotassen auf die Bar und kam zu mir an den Tisch.
„Ich hoffe, dass du immer noch Espresso trinkst“, sagte er, leise.
Ich stand auf und folgte ihm. Die Beleuchtung über der Theke tauchte ihre Umgebung in warmes Licht, der Rest des Raumes lag im Halbdunkel.
„Ich habe nicht gedacht, dass ich dich wiedersehe“, sagte er.
„Ich auch nicht“, antwortete ich. „Nur gehofft. Und manchmal führen Umwege einen wirklich zurück.“
Er nickte.
„Ich hab’ damals gedacht, du kommst am nächsten Tag wieder. Als du dann nicht kamst, dann am übernächsten. Aber irgendwann habe ich aufgehört zu hoffen“, sagte er schließlich.
„Ich wollte“, gab ich zu. „Aber ich konnte nicht. Ich wusste nicht, was ich wollte, und die Unsicherheit war zu stark. Oder ich zu schwach.“
Er nickte. „Ich war enttäuscht. Nein. Ich war traurig“, sagte er. „Aber irgendwie auch nicht überrascht.“
Ich lächelte schwach. „Du hattest mich durchschaut.“
„Nein“, erwiderte er. „Ich habe gehofft, du kommst zurück. Aber ich habe dich verstanden, als du es nicht getan hast.“
Wir sahen uns an, das warme Licht spiegelte sich auf der Oberfläche des Tresens.

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