Rückkehr nach Rom

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Rückkehr nach Rom

Rückkehr nach Rom

Chloé d'Aubigné

Ich nahm einen Schluck Espresso. Er war stark und bitter – wie auch damals.
„Sie haben gesagt, Sie haben Deutsch gelernt“, sagte ich nach einer Weile.
„Ein bisschen“, sagte er. „Man weiß ja nie, wer nochmal zur Tür reinkommt.“
Ich lachte leise. „Und, hat es sich für die Person, die reingekommen ist, gelohnt?“
„Ich denke schon“, sagte er. „Aber ich möchte diese Person gerne noch besser kennenlernen.“
Ich legte die Hand auf den Tresen, fühlte den kalten Stein, der mich auf merkwürdige Weise beruhigte. Denn meine Gedanken rasten, da ich begriff, dass dies nicht einfach nur ein Gespräch war. Sondern dass wir uns ein Versprechen gaben, das zwar nicht offen ausgesprochen wurde, sich jedoch unglaublich echt anfühlte.
„Ich wollte damals nicht nur eine Nacht“, sagte ich leise. „Aber ich dachte, ich müsste warten, bis alles perfekt ist. Mittlerweile weiß ich, dass eine Nacht viel sein kann, wenn sie echt ist. Zumindest genug, um zu vertrauen und zu leben. So, wie man es wirklich will.“
Er sah mich ruhig an. Kein Zweifel in seinem Blick, keine Frage, nur dieses stille Einverständnis.
„Bist du dir sicher?“, fragte er schließlich.
„Ja“, sagte ich. „Schon länger. Und zum ersten Mal in meinem Leben so wirklich.“
Er trat näher, griff nach meiner Hand und endlich, endlich fühlte ich wieder seine Haut auf meiner. Sie war immer noch warm, sein Griff war sicher, aber gleichzeitig sanft. Und für einen Augenblick gab es für mich nichts außer ihn und mich. Hier und jetzt.
Für einen Augenblick verweilten wir Stirn an Stirn, unsere Nasenspitzen berührten sich nur ganz wenig. Und wir lauschten dem Atmen des anderen. Als müssten wir uns vergewissern, dass das hier wirklich real war. Dass der andere uns wirklich gegenüberstand und es diesmal kein Traum war. Keine Fantasie, wie ich ihr so oft nachgehangen hatte.

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